Tähti114

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Diamonds

Ein neuer Tag beginnt. Draußen scheint die Sonne, doch in mir herrscht erbarmungslose Dunkelheit. Wie lange lebe ich nun schon mit dieser Lüge? Seit wann stehe ich jeden Morgen auf, nur um mein Leben zu hassen und mir zu wünschen es sei längst wieder Abend; Zeit zum Schlafen gehen?
Die Sonnenstrahlen, die durch die Rollos direkt in meine Augen fallen, blenden mich und bringen mich dazu, mich noch einmal um zudrehen. Der Wecker neben mir dröhnt unaufhörlich und lässt mir keine Chance einfach weiter zu schlafen und diesen Tag zu vergessen. Jeden Morgen das Gleiche. Das einzige, was sich ändert, sind Wetter und Datum, ansonsten bleibt alles immer beim Alten. Es ist ein nicht enden wollender Kreislauf aus dem Schellen des Weckers, aufstehen, frühstücken, zur Arbeit gehen, Mittagspause, weiter arbeiten, nach Hause fahren, Abendessen und wieder schlafen gehen.
Früher war mein Leben noch abwechslungsreich. Damals, als ich noch zur Schule ging, oder in der Studiumszeit, in der ich mich fast jeden Abend mir meinen Freunden getroffen und gefeiert habe. Bis dieser eine Abend kam.
Alles schien wie immer zu sein, doch das ist es schon lande nicht mehr. Meine Freunde und ich, wir standen fast vollständig kurz vor dem Abschluss unseres Studiums und wollten dies auch dementsprechend feiern. Ganz nach dem Motto: Besser zu früh als gar nicht!
Es waren Zigaretten, viel Alkohol und noch mehr Rock-Musik im Spiel an diesem Abend. Im Nachhinein sicher zu viel von alledem! Wie immer wer ich einer derjenigen, die am längsten blieben und somit auch einer, der am meisten trank. Einige junge Frauen hatten sich zu uns gesellt und es war unverkennbar, dass einige gewaltig mit mir zu flirten versuchten. Doch mir war das alles egal. Mich interessierte an diesem Abend nur dieser nette Mann, der ein paar Meter neben uns stand und mich den ganzen Abend schon immer mal wieder ansah.
Verwirrt schüttelte ich den Kopf und sah in mein, nur noch zur Hälfte gefülltes, Glas. „Es liegt sicher an all dem Alkohol“, versuchte ich mir einzureden und somit zu verdrängen, dass ich wirklich meine Blicke nicht von diesem Mann lenken konnte. Um meiner Ausrede noch mehr Gewicht zu verleihen, trank ich immer mehr.
Am nächsten Morgen wachte ich auf und wusste nicht, wo ich mich befand. Neben mir lag der Mann aus der Bar und hatte seinen Arm auf meiner nackten Brust gelegt. Als er nun auch die Augen aufschlug, mich ansah und küsste, um mir noch einmal mitzuteilen, was das für eine wundervolle Nacht mit mir gewesen war, sprang ich fast schon panisch aus dem Bett, zog mich wieder an und flüchtete zu mir nach hause.
Seit diesem verheerenden Morgen habe ich nun kein Alkohol mehr getrunken und meinen Abschluss an der Uni habe ich auch nicht mehr gefeiert. Habe es einfach hingenommen. Genauso wie den Umzug in eine neue, mir völlig unbekannt Stadt, um meinen Job aufnehmen zu können. In meinem Leben gibt es meiner Meinung nach nichts mehr zu feiern! Zwischen dem Klingeln des Weckers und dem Frühstück, unter der Dusche kommen mir plötzlich Tränen. Nichts ist, wie es einmal war und ich vermisse mein altes Leben! Aber hier, unter der Dusche, muss ich mir auch endlich eingestehen, dass ich den Mann aus der Bar noch mehr vermisse. Kann das denn wirklich sein? Habe ich, der, der niemals auch nur im Traum an einen Mann gedacht habe, mich in eben so einen verliebt?
Langsam stelle ich das warme Wasser aus und steige aus der Dusche. Nachdem ich mich in ein Handtuch gewickelt habe, schließe ich die Augen, um noch einmal nachzudenken. So, wie ich es in letzter Zeit so oft gemacht habe. Sofort sehe ich diese wunderschönen Augen des, bis heute, fremden und doch so vertrauten Mannes aus der Bar vor meinem inneren Auge. Ich öffne meine Augen wieder und betrachte mich in meinem Badezimmerspiegel. Ich sehe erschreckend aus. Nicht mehr so wie früher. Meine Augen wirken traurig und leer. In all den Jahren, in denen ich nun schon lebe, habe ich mich noch nie so gesehen.
Schnell mache ich mich fertig, ziehe mich an und frühstücke im vorübergehen. Mein Chef wartet sicher schon.
Und tatsächlich. Ich komme zwar noch rechtzeitig an meinem Arbeitsplatz an, doch mein Chef wartet wirklich schon auf mich. Er ist unter meinen Kollegen nicht sonderlich beliebt, doch ich verstehe mich recht gut mit ihm. Ich habe immer das Gefühl er sieht so etwas wie seinen Sohn in mir. Er hat zwar selber Kinder, doch diese leben schon lange nicht mehr bei ihm.
Nach einer freudigen Begrüßung seinerseits erfahre ich auch endlich was er von mir will so früh am Morgen. Ein neuer Mitarbeiter fängt bald bei uns an und mein Chef hält es für eine sinnvolle Idee, wenn ich ihm helfe sich einzuarbeiten. Ja das kann ja heiter werden.
Ich bin auch noch nicht so lange hier, vielleicht ein Jahr oder etwas länger und soll gleich schon auf die ‚Neuen’ losgelassen werden? Mit meiner chronisch schlechten Laune? Ich weiß nicht was der Boss sich dabei denkt, und ob er den ‚Neuen’ so schnell wie möglich wieder loswerden will, aber wenn er meint…Mir soll es recht sein. Vielleicht lenkt mich diese Arbeit ja von dem Mann aus der Bar ab und lässt mich wieder ein halbwegs normales Leben führen. Wenn man bei mir überhaupt von normal reden kann…
In der Mittagspause wird mir mein neuer Kollege vorgestellt.
„Hallo!“, sagst du nur schüchtern und reichst mir deine Hand. „Hallo!“, erwidere ich und gehe alle Möglichkeiten einer optischen Täuschung oder Verwechslung in meinem Kopf durch. Das kann doch nicht wahr sein! Kurz nachdem unser Chef wieder verschwunden ist flüsterst du mir zu: „Ich bin’s! Ich wollte dich nicht verfolgen oder so…eigentlich schon, aber es war wirklich ein Zufall, dass ich genau hierhin versetzt wurde!“ Ich kann es kaum glauben. Nach all den Tagen und Nächten, in denen ich nur an dich gedacht habe, stehst du plötzlich vor mir und lächelst mich an. Und anscheinend hast auch du mich nicht vergessen!
Langsam nicke ich und sehe mir verlegen auf meine Schuhe. „Wie ich...also meine Aktion am Morgen, die tut mir echt Leid! Nur…es war alles…so neu!“, versuche ich mich zu entschuldigen.
Sanft drücken zwei Finger mein Kinn nach oben, sodass ich dir wieder in die Augen sehen muss. Schnell siehst du dich um, doch niemand ist in Sichtweite. Eigentlich logisch, wir sind hier in meinem eigenen Raum. Vorsichtig gehst du noch einen Schritt auf mich zu und nimmst mich in den Arm. Ich platze fast vor Glück! Alleine dich wieder zu riechen und deine Wärme an meiner Haut zu spüren ist einfach unbeschreiblich. Leise flüsterst du mir irgendetwas in mein Ohr, doch ich verstehe es leider nicht.
Bevor ich jedoch frage drücke ich mich ein wenig von deinem Körper weg, um dir direkt in die Augen schauen zu können. Sie verzaubern mich immer wieder, auch wenn ich es am Anfang nicht wahrhaben wollte. Langsam bewegen wir uns mit unseren Gesichtern aufeinander zu und küssen uns. Auch wenn es kein langer Kuss ist, kommt es mir vor wie eine Ewigkeit und ich beginne zu begreifen, dass genau das das ist, was ich gesucht habe. Dass genau du derjenige bist, mit dem ich alt und grau werden will.
Schnell lösen wir uns wieder voneinander, als eine Sekretärin an die Tür klopft und mich bittet ein Formular zu unterschreiben. Mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht tue ich, was sie von mir verlangt. Dies wird mir mit einem seltsamen Blick quittiert. Ich weiß, es ist seltsam, dass ich jetzt so plötzlich wieder gut Laune habe, besonders, weil mich noch niemand mit guter Laune erlebt hat. Freudig mache ich mich später mit dir an die Arbeit. Zwischendurch werfen wir uns immer wieder Blicke zu und ich muss leicht grinsen. So hat alles angefangen! So wird alles enden!



Ende



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