Tähti114

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Wild world

Um mich herum ist es totenstill als sich plötzlich eine Träne aus meinem Augenwinkel löst und auf das Blatt Papier fällt, welches is noch immer in den Händen halte. Ich versuche den Text noch einmal zu lesen, doch durch die vielen Tränen, die nun meinen Blick verschleiern ist es fast nicht mehr möglich irgendetwas zu erkennen. Ich weiß selbst nicht so genau warum ich jetzt angefangen habe zu weinen. Wahrscheinlich weil mir der Brief die Realität noch einmal vor Augen geführt hat. Wir beide sind erwachsen geworden, ziehen in einigen Tagen von zuhause aus. Wir beide in verschiedene Städte, an völlig verschiedene Orte…
„Kann der Karton auch schon ins Auto?“, fragt mich mein Dad. Er versucht sich grade abzulenken, nur um nich darüber nachdenken zu müssen, dass ich bald weg bin. Ich weiß wie schwer es für ihn wird! Für mich wird es aber nicht weniger leicht!
Schnell wische ich mir mit meinem Ärmel über die Augen um die Tränen zu verbannen und gehe zu meinem Plattenspieler. Er ist das einzige Gerät, welches noch nicht eingepackt ist, nicht eingepackt wird. Die Platte die sich noch auf dem Plattenspieler befindet muss ich allerdings noch verpacken und mitnehmen. Sie ist ein ‚Erbe’ meiner Mutter und mir mehr als wichtig!
Vorsichtig lege ich noch ein letztes Mal die Nadel auf das schwarze Vinyl. Sofort schallt mir die Musik entgegen und ich muss mich hinsetzten. Erneut schießen mir Tränen in die Augen und lassen sich nicht einfach so verstecken. So sitze ich an dem großen Fenster, wie ich es schon hunderttausend Mal zuvor gemacht habe, höre diese Platte zum mindestens millionsten Mal und weine mir die Augen aus dem Kopf. Es ist schon ein komisches Gefühl bald nicht mehr hier zu wohnen, nicht mehr dieselben Menschen zu sehen und auch nicht mehr dieselbe Umgebung um sich zu haben. Nicht mehr jeden Tag dieselben Straßen fahren und dieselben Wege gehen ist mehr als seltsam und macht mich auf irgendeine Art und Weise traurig. Früher, als ich mir noch wünschte so schnell wie möglich von hier weg zu kommen habe ich nie an die Konsequenzen gedacht, dass ich dann auch all meine Freunde und meine Familie nicht mehr jeden Tag sehen kann und auch sonst alles anders sein wird. Nicht nur mein Alltag.
Nachdem ich mich wieder etwas gefangen habe stecke ich den Brief wieder ein und gehe nach unten zu meinen Eltern, die schon auf mich warten. Mit der Platte, die ich so vorsichtig wie möglich in eine Schutzverpackung gepackt habe unterm Arm versuche ich stark zu bleiben und nicht noch ein weiteres Mal zu weinen. Jetzt heißt es Abschied nehmen. In ein paar Wochen bin ich zwar schon wieder hier, aber trotzdem nimmt mich das ganze sehr mit.
Ich fahre mit meinem eigenen Auto, weswegen ich mich nun von meiner Mum und meinem Dad verabschieden muss. Zuerst nimmt mich meine Mutter in den Arm und wünscht mir alles Gut. Ich solle auf mich aufpassen, genug essen und mich sofort melden, wenn ich angekommen bin. Danach nimmt mich mein Vater in den Arm und flüstert mir ins Ohr: „Pass gut auf dich auf mein Schatz! Ich liebe dich! Fahr vorsichtig und melde dich wenn du angekommen bist, okay?“
Als ich mich etwas von ihm löse sehe ich, dass auch in seinen Augen Tränen stehen. Ich habe ihn nur zwei Mal in meinem Leben weinen sehen und kann nun meine eigenen Tränen nicht mehr aufhalten. „Jetzt fang bitte nicht an zu weinen! Du weißt doch, dass ich das gar nicht gut sehen kann!“, schluchzt er und vergießt selbst einige Tränen. Ich nehme beide noch einmal in den Arm und drücke ihnen einen Kuss auf. „Und jetzt geh“, flüstert mir meine Mum zu. Ich weiß haargenau, dass es besser für uns alle ist, wenn ich jetzt gehe und sie es wirklich nur gut mit mir meint. Entschlossen drehe ich mich also um, um zu meinem Auto zu gehen und mich hinein zu setzen.
Bevor ich den Wagen starte putze ich mir noch einmal die Nase und fahre dann fort. Irgendwie fühle ich mich nicht mehr erwachen und stark, so wie soeben noch. Ich fühle mich eher klein und etwas schutzlos. Einfach alleine.
Laut drehe ich die Musik auf, die ich mir extra für heute zusammengestellt habe und fange schon wieder an zu weinen. All die tollen Erinnerungen, die ich hier sammeln durfte, aber auch die schlechten, die mich ebenso geprägt haben schießen mir durch den Kopf und lassen mich schniefen.
Nachdem ich auf der Autobahn bin gebe ich mir aber einen Ruck. Ich muss einfach meiner Zukunft eine Chance geben noch toller zu werden und loslassen. Auch wenn das gar nicht so einfach ist.
Resolut schalte ich ein anderes Lied an und wische mir die Tränen aus dem Gesicht. Ich habe nichts verloren, nur noch mehr dazu gewonnen!


Ende



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