Tähti114

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In the shadows

Fröstelnd ziehe ich die Ärmel meiner Jacke noch ein Stückchen mehr über meine Hände, doch egal wie sehr ich auch an ihnen zuppele und ziehe, meine Hände werden nicht wärmer. Der Wind ist beißend kalt und selbst auf diesem sonst eigentlich windgeschützten Platz recht stark. Meine Freunde, aus denen der Kreis besteht, in dem auch ich stehe, sehen nicht wirklich viel begeisterter aus. Weshalb denn auch? Die Schule hat wieder begonnen und die Ferien waren viel zu kurz! Leichter Wehmut liegt über uns. Um mich herum erzählen alle über ihre Ferien, was sie gemacht haben, wo sie überall waren, und was jetzt noch vor uns liegt. Doch ich bin nicht ganz bei der Sache. Dies ist das letzte Jahr, welches wir hier verbringen werden. Mein Blick schweift über den Schulhof und bleibt bei einem Jungen hängen. Er ist ganz alleine und läuft in sich immer wieder wiederholenden Kreisen über den übersichtlichen Vorplatz der Schulen.
So lange wie er auf dieser Schule ist geht er dieselbe Runde. Immer ist er dabei alleine. Irgendwie tut er mir Leid. Hat er wirklich keine Freunde, oder ist er glücklich so wie er hier herumläuft, ganz in Gedanken versunken? Der Schulgong läutet und wir machen uns auf den Weg zu unseren Klassenräumen. Jeder muss an diesem Morgen andere Klassenräume suchen, da wir alle alleine in verschiedenen Kursen sind. Meine Gedanken kann ich immer noch nicht auf das Wesentlich lenken und hänge ihnen somit weiter hinterher. Bin mit ihnen immer noch in den letzten Wochen verloren. Am heutigen Tag haben wir alle zur gleichen Zeit Schluss und können gemeinsam zum Parkplatz gehen. Auf dem Weg erzählen wir über die neuen Schüler, die plötzlich in unseren Kursen sind und über das, was die Lehrer heute erzählt haben. Der Weg ist nicht lang und so trennen sich unsere Wege recht schnell wieder. Der Himmel ist schon wieder bedenklich dunkel und es scheint, als ob ein weiteres Gewitter aufziehen würde. Ich beeile mich nach Hause zu kommen.
Dort verschwinde ich sofort in meinem Zimmer, setze mich vor meinen PC und versuche zu arbeiten, doch anstatt wirklich was zu tun starre ich den Schneeflocken hinterher, wie sie vor meinem Fenster sanft zu Boden gleiten und dort eine dicke Schicht anhäufen. Meine Gedanken schwirren wirr durcheinander, doch plötzlich kommt mir der Kreisjunge wieder in den Sinn. Wie viele Jahre läuft er schon um uns herum mit diesem neutralen Gesichtsausdruck? Für all diese Fragen finde ich einfach keine Antworten, ich weiß einfach viel zu wenig über diesen Jungen.
Noch immer ganz in Gedanken versunken beschließe ich etwas raus spazieren zu gehen. In meinem Kopf ist immer noch dieser Sturm an Gedanken, den ich einfach nicht anhalten kann. Also beschließe ich einfach mal alle meine Gedanken zu Ende zu denken und sie somit zu vertreiben. Mein Weg führt mich am Hafen vorbei und durch den großen Park. Gedankenverloren laufe ich durch die winterliche Stadt und bemerke erst gar nicht, dass ich doch nicht alleine bin. Neben mir läuft der Kreisjunge und scheint es recht eilig zu haben. Meine Neugierde ist geweckt. Ich möchte etwas mehr über ihn erfahren und folge ihm so unauffällig auf seinem Weg. Er bemerkt mich nicht uns läuft einfach immer weiter. Auch er scheint in Gedanken zu sein und hat immer noch seine ausdruckslose Miene. Nach etwa einer viertel Stunde bleibt er kurz stehen und betrachtet das Gebäude vor uns. Wir stehen vor dem Krankenhaus der Stadt.
Nachdem der Kreisjunge einmal tief ein und wieder ausgeatmet hat setzt er seinen Weg weiter fort in das Gebäude. Ich folge ihm natürlich, obwohl ich mir ein wenig komisch vorkomme. Aber wenn mich jemand entdeckt, dann werde ich einfach meine Cousine besuchen, die hier arbeitet. Freundlich begrüßt die Dame an dem Empfang den Kreisjungen und nickt ihm zu. Sie kennen sich wohl. Ob der Kreisjunge wohl öfter hier her kommt? Schnellen Schrittes geht er zu den Treppen, die ihn und mich in den vierten Stock führen. Dort biegt er rechts ab und macht erst wieder vor einer Glastüre halt. Auf der Türe steht in großen Buchstaben „Station 14“. Hier arbeitet auch meine Cousine, was ein Zufall.
Wir beide betreten die Station. Gleich am Anfang ist das Schwesternzimmer, in dem sich jeder Besucher einen grünen Kittel, einen Mundschutz und eine Haube anziehen muss. Ohne eine Krankenschwester nach Hilfe zu fragen wo was liegt und lange zu überlegen, greift er sich einen Kittel. Vor dem Schreibtisch sitzt meine Cousine und bearbeitet grade irgendwelche Akten und Kurven, wahrscheinlich die der Patienten.
Erst als der Kreisjunge das Schwesternzimmer wieder verlassen hat begrüße ich meine Cousine. „Hallo mein Mausal!“ Etwas erschrocken dreht sie sich um, steht auf und umarmt mich. Nach einem kurzen Gespräch fällt mir der Kreisjunge wieder ein. „Sag mal, weißt du wer dieser Junge ist, der hier soeben vor mir das Schwesternzimmer betreten hat?“ Sie nickt und führt mich raus auf den Flur.
Durch ein großes Fenster kann man einen jungen Mann sehen. Er liegt in einem Krankenhausbett und ist an hunderte von Maschinen angeschlossen. Neben dem Bett steht der Kreisjunge, hält seine Hand und streicht ihm durchs Haar. In seinen Augen steht so viel Besorgnis und Verzweiflung geschrieben, dass es mich richtig rührt. Ich bin gefesselt von diesem Bild. Der Junge Mann, der so aussieht als würde er nur schlafen und der Kreisjunge, der ihm liebevoll durchs Haar und über den Handrücken streicht.
Ohne dass ich frage erzählt meine Cousine: „Der junge Mann der in dem Bett liegt, das ist sein Freund. Er liegt schon seit vier Jahren im Koma. Jeden Tag kommt Timo hier her und redet mit Markus, meinem Patienten. Die beiden sind zusammen und waren wohl auch sehr glücklich miteinander, bis Markus diesen schweren Unfall hatte und ins Koma fiel. Seitdem Spricht Timo nur noch mit Markus und das nötigstes mit seiner restlichen Umwelt. Wahrscheinlich weil die beiden vorher einen Streit hatten und er ihm nicht mehr sagen konnte, dass er ihn liebt. Erzähl bloß keinem, dass ich dir so viele Informationen gegeben habe, dann flieg ich hier!“
„Danke! Ich werde nichts erzählen! Sehen wir uns Freitag?“ Sie nickt und wir verabschieden uns voneinander. Auf dem Heimweg kreisen meine Gedanken wieder um den Kreisjungen, oder besser gesagt Timo.
Zu Hause angekommen führt mein erster Weg in mein Zimmer, wo ich erst einmal allen meinen Lieben sage, wie sehr ich sie doch liebe und brauche. Wenn mit irgendwem genauso etwas Schreckliches passiert, soll niemand das schlechte Gewissen haben, nicht noch einmal seine Liebe ausgesprochen zu haben. Genauso wenig wie ich es ertragen könnte, dass derjenige nicht noch einmal von mir gehört hat wie sehr ich ihn, bzw. sie liebe. Mein weiß ja nie was morgen kommt.



Ende





btw. : Der Kreisjunge existiert übrigens wirklich! Ob ihm genau diese Geschichte zugestoßen ist wage ich zu bezweifeln ^^!



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