Tähti114

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An den Landungsbrücken raus

Todmüde starre ich aus dem Fenster der Bahn. Es regnet, wie so oft hier in dieser Stadt. Die kalten Regentropfen klatschen unaufhörlich gegen das ebenfalls kalte Fenster und machen mich immer dösiger. Auch die Tatsache, dass ich endlich wieder hier bin und all diese, mir so wohlbekannten Sehenswürdigkeiten, Orte und selbst diese kleinsten Kleinigkeiten an mir vorüber ziehen beruhigen mich.
Die ganzen Leute, die hier in diesem Wagon sitzen und genauso aussehen wie das Wetter, nämlich schlecht gelaunt und irgendwie fröstelnd und die ich allesamt noch nie in meinem Leben gesehen habe, kommen mir plötzlich so bekannt vor. Irgendwie strahlen sie etwas aus und doch sind sie uninteressanter als alles andere.
Ich will einfach nur noch raus hier. Die Luft in diesem Raum auf Rädern ist überheizt und stickig. Ich will nicht wirklich wissen durch wie viele Lungen sie schon gegangen ist. Eine Kinderstimme sagt mir an, dass ich nur noch eine Haltestelle fahren muss, bis ich endlich am Ziel bin. Die Kinderstimme, die jede Haltestelle ansagt und mir sonst immer auf die Nerven geht, erleichtert mich nun fast schon und macht mich ungeheuer glücklich!
Noch eine einzige Minute und ich bin angekommen. Leise murmele ich: „An den Landungsbrücken raus“ nur um mich selbst noch einmal an etwas zu erinnern, was eh schon in meinem Hirn eingebrannt ist. Langsam stehe ich dann schon einmal auf und greife nach dem Band meiner Tasche, um sie mir über die Schultern zu hängen. In meinem Inneren beginnt sich ein großer Sturm anzubahnen. Ein Sturm aus puren Gefühlen gestrickt.
Die U-Bahn hält mit quietschenden Rädern und die Türen gehen mit einem Schwung auf und lassen die kühle, salzige Luft in den Wagon ein. Schnell steige ich aus und lasse meinen Blick über das Panorama, welches sich mir nun bietet, schweifen. Gedankenverloren muss ich einer älteren Dame ausweichen, die begeistert grinsend am Bahnsteig steht und scheinbar auf jemanden wartet. Ich bleibe am Geländer stehen. Hinter mir höre ich die Dame einer anderen älteren Dame, ihre Schwester oder einer wirklichen guten Freundin, nur begeistert begrüßen: „Herzlich Willkommen zu haus!“ Ich sehe noch wie die beiden sich in die Arme fallen und muss still vor mich hin grinsen. Diese ältere Dame spricht mir aus der Seele.
Hastig laufe ich die Treppen hinunter und bin wirklich froh, als ich die Landungsbrücken vor mir liegen sehe. Die salzige Meeresluft, die nach Freiheit und zu hause riecht umströmt mich und lässt mich wirklich fast platzen vor Glück. Ich bin zu hause. Ich bin wieder da, wo ich mich haben will und genau da, wo ich hingehöre.
Selig grinsend schlendere ich am Wasser entlang und beobachte die vielen Möwen, die über dem Wasser kreisen und vor sich hin kreischen. Der Regen hat nachgelassen und stört mich nicht im Geringsten. Nein, er beruhigt mich eher!
Glücklich setze ich mich auf einen Poller und starre weiter auf das Wasser, was gleichmäßig an mir vorüber zieht. Je länger ich auf diese Wellen starre umso ruhiger und glücklicher fühle auch ich mich.
Selbst die wenigen Menschen, die an mir vorüber hasten und mich nur verständnislos ansehen stören mich nicht im Geringsten. Die nordische Gelassenheit hat mich endlich wieder!

Ende


Für meine allerliebste Tante Betty! Danke für alles!



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