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Catch without arms

Starr sehe ich aus dem Fenster. Es hat wieder angefangen zu schneien. Wie ich den Schnee doch jetzt verfluche! Durch ihn habe ich das Träumen verlernt. Es klopft an der Türe und eine Krankenschwester betritt dieses steril weiße Zimmer, was ich für die nächste Zeit mein nennen „darf“, oder besser gesagt muss.
„Na, wie fühlen Sie sich heute? Kann ich irgendetwas für Sie tun?“, fragt mich die schon etwas ältere Dame und schüttelt mein Kopfkissen ein weitres Mal auf. Ich versuche ein Grinsen auf mein Gesicht zu bringen, oder wenigstens ein kleines Lächeln, als ich ihr antworte: „Es geht schon wieder besser! Im Moment ist alles gut, aber trotzdem danke.“ Mitleidig lächelt mich die Krankenschwester an. Im Gegensatz zu mir gelingt ihr auch das Lächeln. Sie scheint mit mir mitfühlen zu können, auch wenn ich genau weiß, dass sie es nicht kann.
Als sie mein Zimmer wieder verlassen hat versuche ich mich von dem Schneetreiben vor der Fensterscheibe abzulenken und lese etwas, sehe ein paar Zeitschriften durch und höre Musik, aber nichts von alle dem kann mich richtig ablenken. Es ist zum verrückt werden. Besuch wird so schnell auch keiner kommen. Es ist früh am Morgen und alle sind um diese Zeit bei ihrer Arbeit oder noch in der Schule. Heute ist Freitag und ich freue mich schon richtig. Mein Bruder hat angekündigt mich besuchen zu kommen und will dann auch gleich das ganze Wochenende bleiben. Anders würde es sich auch nicht lohnen. Er legt extra für mich den weiten Weg von seinem zu Hause zu mir hier im Krankenhaus zurück.
Ich bin so froh, dass er kommen wird. Er war immer schon derjenige, der mir Kraft gab wenn ich sie am nötigsten brauchte, mich aufbaute wenn ich ganz unten war und von dem ich so viel gelernt habe. Unter anderem das Träumen, was ich nun nicht mehr kann. Gelangweilt starre ich an die Decke und danke wie so oft wieder nach. Die Frage, die dabei am meisten auftaucht ist die Frage warum? Warum musste grade mir so etwas passieren?
Dieser Unfall, er ist noch so real für mich. Er verfolgt mich sogar in meinen Träumen. Jede Nacht sehe ich immer wieder dieselbe Szene. Wie ich die Kontrolle über mein Auto in dem aufkommenden Schneegestöber verlor und gegen diesen Baum donnerte. Dieser stechende Schmerz in meinen Beinen und meinem Kopf ist genauso real wie das Ertönen von den Sirenen und die durcheinander schreienden Stimmen der Sanitäter, welche die letzten Geräusche waren, die ich vor meinem Ohnmachtsanfall gehört habe.
Nun liege ich hier. Meinem Kop ist nichts geschehen, bis auf die leichte Gehirnerschütterung. Vorsichtig streiche ich mit meiner Hand über mein rechtes Bein. Es ist immer noch ein komisches Gefühl nur noch diesen Stummel spüren zu können. Mein ganzer Unterschenkel musste amputiert werden, weil mein Bein bei dem Unfall stark eingequetscht wurde. Bei meinem linken Bein ist lediglich die Kniescheibe heraus gesprungen, aber im Vergleich zu der Amputation ist das für mich eine kleine Lappalie die nicht der Rede wert ist!

Bei meinen Gedanken muss ich wohl eingeschlafen sein, denn ich werde von einem Klopfen an der Türe aufgeweckt. Mit einer ziemlich gebrochenen Stimme rufe ich meinen Besuch herein. Die Tür öffnet sich und im Türrahmen steht mein Bruder. Wie immer ist er ganz in schwarz gekleidet. Leicht verwirrt sehe ich auf meine Uhr und muss feststellen, dass er entweder hier hin geflogen sein muss, oder heute nicht gearbeitet hat. Ansonsten wäre es nicht möglich gewesen so früh hier zu sein. Ich richte mich mühsam in meinem Bett auf und umarme ihn. Er lächelt und drückt mich fest an ihn. Wie mir alleine diese Berührung schon hilft. Mit leisen Schritten holt er einen der ebenfalls weißen Stühle an mein Bett und setzt sich zu mir an den Bettrand. Seine Stimme ist recht leise, aber wirkt so unglaublich beruhigend auf mich. Mit einem Mal ist der ganze Schmerz vergessen und ich konzentriere mich vollkommen auf unser Gespräch.
Kurz bevor er wieder gehen muss, er will noch seinen Koffer auspacken und unsere Mutter begrüßen, wird er etwas schüchtern, oder so etwas in der Art. Ich weiß es nicht richtig zu interpretieren. So habe ich ihn noch nie erlebt. Leise fragt er mich wie es mir wirklich geht. Er ist der einzige, der mich durchschaut hat. Tränen bahnen sich ihren Weg in meine Augen und meine Stimme zittert als ich ihm antworte: „Ich habe das Träumen verlernt!“ Er nickt und flüstert nachdenklich: „Tanzen ist träumen mit den Beinen!“ Auch ich nicke während er mich noch einmal in die Arme nimmt. „Es tut mir so Leid für dich! Ich wünschte es wäre mir anstatt dir passiert! Aber ich weiß, dass du trotzdem noch träumen kannst! Du musst es nur auf eine andere Art erlernen!“, flüstert er mir aufmunternd zu und verspricht mir noch am Abend wieder zu kommen. Ich nicke noch einmal. Als die Türe wieder ins Schloss fällt lasse ich mir seine Worte durch den Kopf gehen und danke ihm in meinen Gedanken ein weiteres Mal für all das, was er für mich tut und getan hat.

Ende



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