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Move along

Ich kann es nicht mehr mit ansehen. Dein Leben geht den Bach runter, und wir können nichts anderes tun als hilflos dabei zu zusehen. Du lässt uns nicht an dich heran, sprichst mit niemandem mehr über deine Gefühle und eine wirklich ehrliche Antwort auf die Frage wie es dir geht hat auch seit einer halben Ewigkeit keiner mehr bekommen. Alle sind damit zufrieden wenn du sagst, dass es dir gut geht. Alle sind zufrieden, wenn sie dein aufgesetztes, gekünzeltes Lächeln sehen. Sie sind zufrieden, wenn sie einfach nur deine Oberfläche betrachten.
Doch mich kannst du nicht täuschen. Ich habe es gelernt unter die Oberfläche zu sehen. Ich weiß wie du dich fühlst, wie es dir geht. Und ich werde es nicht mehr länger ansehen wie du dich selbst zerstörst. Ich kann es nicht mehr ansehen wie du dir selbst schadest. Und ich will es auch nicht mehr! Denkst du dabei nie an uns? Wie es UNS schadet, wenn du dir was antust? Früher, als wir noch jung und naiv waren, da war die Welt noch in Ordnung! Damals saßen wir zusammen bei mir, hörten die neuste Musik unserer Lieblingsband und lasen irgendwelche schlechten Teeniemagazine. Jetzt verbringst du die meiste Zeit damit alleine in deinem dunklen Zimmer zu sein und nachzudenken. Was du sonst noch alles machst weiß ich nicht, du lässt mich ja nicht mehr an deinem Leben teilhaben.
Ich bin grade auf dem Weg zu dir. Deine Familie ist wie so oft nicht da, du bist wieder einmal alleine.
Äußerlich wirke ich total entspannt und gelassen, doch innerlich bin ich so aufgeregt wie selten zuvor. Heute möchte ich einmal mit dir reden, möchte erfahren warum du dich so verändert hast. Warum du so in dich gekehrt bist und dir selbst dein Leben zur Hölle machst. Ich kann dich nicht mehr verstehen, kannst du mich noch verstehen? Fühlst du noch, dass wir uns Sorgen um dich machen, oder merkst du gar nichts mehr?
Es dauert einige Zeit bis du mir die Türe öffnest. Ich hatte Recht, dass du wieder alleine zu Hause, bzw. eher in eurem Haus bist. Ein zu Hause ist es für dich schon lange nicht mehr. Blass und mit tiefen Augenringen stehst du vor mir. Ganz in schwarz gehüllt nur deine hellblaue Jacke, die du dir einmal in Finnland gekauft hast ist der einzige Farbtupfer. Eigentlich sollte ich mich erschrecken vor deinem Anblick, doch das kann ich nicht mehr. Dafür ist er zu gewohnt, zu vertraut. „Hallo“, flüsterst du leise mit einer Stimme, die gar nicht zu dir passt. Sie ist so dünn und zerbrechlich geworden. Ganz im Gegenteil zu dem, was du einst warst. Du warst immer stark und wusstest was zu tun ist. Bis zu einem Zeitpunkt, ab dem du dich völlig verändert hast. „Kann ich rein kommen?“, frage ich dich mit einem flehenden Blick.
Du ziehst an den Ärmeln deiner Jacke. Ich merke, dass du dich nicht wohl fühlst. Diese Jacke trägst du nur, wenn du Geborgenheit suchst und sie nirgendwo finden kannst. Diese Jacke und das Parfüm von damals ziehen dich wohl ein Stückchen wieder auf die Beine. Zögerlich nickst du und doch merke ich, dass du am liebsten weg laufen würdest. So wie du es schon die ganze Zeit über machst. Wir setzen uns in dein Zimmer auf dein Bett. Du scheinst zu frösteln, deine Hände sind eiskalt und zittern leicht.
„Was willst du hier?“, fragst du leicht patzig und ich erschrecke vor deiner eiskalten Mine. Warum machst du das? Meine Anspannung steigt. „Ich wollte mit dir reden! So kann das alles doch nicht weiter gehen!“ „Danke, aber ich kann gut für mich entscheiden, wie was weiter gehen kann und wie nicht! Ich bin alt genug, falls es dir nicht aufgefallen sein sollte!“, gibst du eiskalt zurück. Ich muss mich wirklich stark beherrschen meine Tränen aufzuhalten. Wie kann ein Mensch, den man so sehr liebt einen so sehr verletzen?
„Warum tust du das?“, frage ich und bin mir ziemlich sicher, dass du die Tränen aus meiner Stimme raushören kannst. Seufzend antwortest du mir: „Warum tue ich WAS?“ „Warum lässt du uns nicht mehr an deinem Leben teilhaben? Warum erzählst du mir nichts mehr? Ich seh doch, dass es dir schlecht geht! Warum bist du noch nicht zu einem von uns gekommen und hast mit uns geredet? Du weißt doch, dass ich dir bei allem helfen würde!“, ist meine ziemlich lange Antwort. Du siehst mich immer noch mit diesem eisigen Blick an und sammelst dich eben bevor du erklärst: „Du kannst mir nicht helfen! Es geht um dich!“ Ich bin geschockt! Was habe ich gemacht, dass es dir so schlecht geht? Eine unangenehme Stille legt sich über uns und die Stimmung ist zum Zerreißen gespannt, bevor du weiter redest: „Meine Familie, ich habe sie nun ganz verloren! Ich weiß, ich habe immer so getan als würden sie mich nicht interessieren, aber was sie mir alles gesagt haben, das war schon sehr hart!“ Wie soll ich denn das jetzt verstehen? Geduldig warte ich, bis du weiter redest, unterbreche dich nicht und bin auch sonst sehr still. Fast traue ich es mich noch nicht einmal zu atmen. „Ich habe mich von euch allen abgegrenzt, weil ich Angst hatte ihr könntet auch so reagieren, mich verstoßen. Besonders Angst hatte ich vor deiner Reaktion. Ich habe versucht das alles zu verdrängen, aber irgendwann ging es nicht mehr. Kannst du dich noch an die Party erinnern? Die Vorabiparty, auf die wir alle gegangen sind um ein paar Abimädels aufzureißen?“ Nachdenkend nicke ich. Stimmt, danach warst du anders, nur was ist an diesem Abend passiert, was dich so verändert hat? Was hat dir solch eine Angst gemacht?
„13erinnen habe ich keine passende gefunden, aber einen 13ner“
Ich bin etwas geschockt. „Du hast also einen Freund?“, frage ich dich etwas ungläubig. Ich habe nichts gegen Schwule, bin ja selber bisexuell, aber du warst der letzte, dem ich so was zugetraut hätte. Nervös kaust du auf deiner Unterlippe herum, die schon nichts mehr ist, als ein Strich in deinem Gesicht. Die ganze Sache hat dir sehr zugesetzt! „Nein! Wir haben einen Abend zusammen verbracht, sind sehr schnell von der Party zu ihm und naja, dann sind wir halt im Bett gelandet. Aber mehr war da auch nicht!“ „Und was hat das jetzt mit mir zu tun? Und vor allem, warum bist du dann jetzt so fertig? Vor meiner Reaktion brauchst du doch keine Angst haben, das weißt du doch! Wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen!“, zwinkere ich dir zu. Du wirst noch ein Stück nervöser und zuppelst immer mehr an deiner Jacke herum. Langsam wird mir so einiges klar. Deine Familie ist verdammt konservativ eingestellt. Jeden Sonntag sitzen sie in der Kirche in der ersten Reihe, Liebe gibt es für sie nur zwischen Männern und Frauen und andere Lebensformen als die ‚Normalform’ gibt es für sie nicht. Ich mochte sie nie besonders, genauso wie sie mich gehasst haben, seit sie mich einmal mit meinem damaligen Freund gesehen haben.
„Vor DER Reaktion habe ich mich ja auch gar nicht gefürchtet! Meine Eltern haben mir Sachen an den Kopf geworfen, die wirklich nicht schön waren und selbst meine Schwester ist mir in den Rücken gefallen. Sie meinten so eine kleine, dreckige Schwuchtel wäre nicht mehr ihr Sohn und ich dürfte noch hier wohnen bleiben bis ich meinen Abschluss habe, dann könnte ich aber sehen wie ich zurecht komme. Sie haben mich vollends verstoßen! Nur weil ich plötzlich gemerkt habe wer ich wirklich bin!“, sprudelt es aus dir heraus. Ich kann dich verstehen. Meine Eltern waren auch nicht unbedingt begeistert als ich ihnen alles erzählte, aber jetzt finden sie es toll und meine Mutter freut sich jetzt schon meinen nächsten Freund oder meine nächste Freundin kennen zu lernen! Jetzt sind sie unheimlich stolz auf mich und meinen Mut. „Was hat das denn jetzt mit mir zu tun? Wovor hattest du Angst? Jetzt lass dir doch nicht jedes Wort aus der Nase ziehen!“, stachele ich dich ein wenig an. Ich werde langsam auch unruhig.
Vor allem war das jetzt alles auch ein bisschen viel für mich. Du bist plötzlich schwul, hast in zwei Jahren kein zu Hause, nein, kein Dach mehr über dem Kopf und mir fällt grade mal wieder auf, wie toll du doch bist! Mein Herz macht fast schon Saltos, als du endlich weiter sprichst. „Ich hatte Angst vor deiner Reaktion, wenn du erfährst, dass ich verliebt bin“, eine kleine Pause entsteht und die Stille wird nur noch unerträglicher, „in dich“ Verunsichert hältst du die Luft an, wartest wohl auf eine Reaktion meinerseits.
Auf meinem Gesicht breitet sich ein riesiges Grinsen aus und ich rutsche zu dir rüber. Vorsichtig, weil ich mir nicht richtig sicher bin, ob ich das alles grade nur geträumt habe küsse ich dich und muss feststellen, dass es wahr ist.
Du hast so viele Tage nur mit dem Denken verschwendet! Hättest du einfach mit mir gesprochen, so wie wir es einmal vereinbart hatten, immer mit dem anderen zu reden, wenn es einem mal nicht gut geht und er Stärke braucht, hättest du uns beiden viel erspart. Deine Eltern hast du zwar für immer verloren, aber du hast mich gewonnen. Deine Hoffnung war gegangen als ich gekommen bin und das macht mich wirklich glücklich.
Mach immer weiter, egal wie dreckig es dir geht, jetzt bin ich bei dir!
Ich liebe dich!

Ende



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