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Still Standing

Jetzt stehe ich hier vor deinem Grab und kann es immer noch
nicht fassen. War es das was du wolltest? Wolltest du, dass auch wir einmal so leiden müssen wie du es musstest, als wir nicht für dich da waren? Du hast es geschafft. Du würdest sicherlich sagen endlich, doch nicht in meiner Gegenwart. Das hättest du nicht gewagt. Du warst mein bester Freund. Mit dir konnte ich immer reden, du hattest immer ein offenes Ohr. Dich konnte ich immer um Ratschläge bitten, du hattest immer ein offenes Herz. Doch alles was du jetzt hast sind offene Pulsadern und ein Herz was nicht mehr schlägt.
Warum hast du nicht einfach etwas gesagt bevor es zu spät war? Oder haben wir einfach nur deine Schreie nicht gehört? Diese Frage quält mich am meisten. Waren wir wirklich so blind das alles nicht zu sehen, oder hast du dich so gut versteckt. Haben wir deine ganzen Hilferufe nicht gehört, oder hast du einfach zu leise geschrieen? Ich weiß, dass ich keinen Schuldigen für deinen Tod finden kann, will es auch gar nicht, aber ich hätte gerne gewusst warum du das getan hast. Warum bringt man sich um? Was muss alles schief gehen bevor man den Lebenswillen so sehr verliert?
Alle stehen hier um dein Grab herum, sind in schwarz gehüllt und drücken ihre tiefe Trauer aus, in dem sie wie der Regen, der auf die Erde fällt weinen. Alle Heuchler in meinen Augen. Deine Familie, sie war doch nie für dich da, hat dir nie geholfen, sondern wenn du Hilfe brauchtest noch extra eins drauf gelegt. Die einzigen die wirklich Trauern dürften sind deine Freunde. Deine Freunde waren auch immer gleich deine Familie, weil du auf deine eigene biologische Familie nicht zählen konntest. Allein schon bei der Anzeige deiner Eltern in der Tageszeitung wurde mir übel!

„In stiller Trauer gedenken wir unseres geliebten Sohns, der leider viel zu früh von uns gerissen wurde. Für immer wird er in einen Platz unseren Herzen haben und die Erinnerungen an ihn halten uns am Leben. In ewiger Liebe Mama und Papa“

Hätten sie ein Platz in ihrem Herzen für dich gehabt, als du noch lebtest, wäre es gar nicht erst so weit gekommen. Doch ihnen war es ja egal, als du anfingst zu ritzen, gekifft hast und immer mehr abgemagert bist. Deine genaue Todesart weiß ich nicht. Will auch gar nicht wissen, ob du jetzt an einem goldenen Schuss oder durch verbluten gestorben bist. Ich weigere mich einfach dieses Bild von dir, als nervliches und körperliches Wrack in Erinnerung zu behalten! Dafür warst du mir zu wichtig, warst du zu besonders.
Ich habe dich über alles geliebt, so wie man das bei besten Freunden halt tut. Ich dachte, dass wir immer füreinander da sein würden, doch da habe ich mich wohl verdacht! Du warst immer für mich da, wenn ich Probleme hatte, aber ich anscheinend nicht für dich. Ich habe versucht dich dazu zu bewegen in Behandlung zu gehen, doch dafür war dir deine Freiheit, deine Unabhängigkeit zu wichtig!
Ich verstehe es einfach nicht. Das Leben ist hart, ja. Und deins war es ganz besonders, aber grade dann gehe ich doch zu meinen Freunden. Zu den Freunden die mir helfen aus der ganzen Sache raus zu kommen, nicht zu den ‚Freunden’, die für dich noch mehr Stoff besorgen, damit du dir noch einmal das Gehirn ausschalten kannst um noch einen verdammten Tag zu überstehen. Ich habe Drogen schon immer abgelehnt. Mal ab und zu Alkohol oder eine Shisha bei einer Party, Zigaretten kann ich auch noch tolerieren, aber nur in Maßen. Aber illegales Zeug? NEIN DANKE! Die lassen dich nur für einen kurzen Moment alles vergessen, um es nachher noch schlimmer gemacht zu haben. Drogen lösen keine Probleme, sie verschlimmern sie nur! Genauso wie SVV (selbst verletzendes Verhalten)! Doch in deinen Augen schien all das problemlösend zu sein. Jetzt bist du tot und lässt uns vor diesem Scherbenhaufen, den Scherben, die von unserer Freundschaft, deiner Welt und unserer Liebe noch übrig geblieben sind, stehen. Du verkriechst dich einfach unter die Erde ohne uns auch nur noch Tschüss zu sagen.
Deine Mutter fand dich vor einer Woche in deinem Bett. Du warst schon mehrere Stunden tot und jede Rettung kam zu spät. Mehrere Monate zu spät würde ich sagen. Das einzige was du mir von dir noch zurückgelassen hast ist ein Buch, indem du dein Leben schilderst. Ich habe noch nicht gewagt es zu lesen, da ich zu große Angst habe darin bestätigt zu werden, dass wir einfach nicht für dich da waren als du uns am meisten gebraucht und nach uns geschrieen hast. Dass wir dich einfach so übergangen haben.
Nach deiner Beerdigung, die genauso abgelaufen ist wie du es dir immer gewünscht hast, gehe ich heim und verschließe mich wieder einmal in meinem Zimmer. Dort lege ich mich auf mein Bett und fange vorsichtig an zu lesen. Dabei fange ich an stark zu weinen. So viel war mir gar nicht klar, habe ich einfach übersehen oder überhört. Warum hast du nicht mit mir geredet? Klar und deutlich?
Die letzten Sätze nehmen mich am meisten mit. Ich lese sie immer und immer wieder.
„Es hat nichts mit dir zu tun Joontan. Ich liebe dich wirklich über alles, aber ich halte es in dieser Hölle nicht mehr aus! Ich flüchte mich zurück in den Himmel, aus dem ich komme, wie du es immer gesagt hast!“
Ja, du warst ein gefallener Engel, der in dieser Welt in einer reinen Hölle gefangen war.
„Danke für alles was du für mich getan hast. Du weißt genau wie ich, dass du nicht mehr tun konntest. So ist es besser für uns alle! Wir werden uns wieder sehen!“

Ende



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