Tähti114

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Warnungen: depri, sap, lime

Kommentar: Das alles hier ist die Fortsetzung von der ersten Fiction, die ich überhaupt geschrieben hab. Dank Cathy schreib ich auch noch weiter… X)!

Widmung: Diese kleine Fiction möchte ich meiner Betaleserin und Schwester und Jennfa, die das alles so in der Art schon mitgemacht hat (sie war sozusagen Tähti…), widmen!
Lieb euch!

Inhalt: Nach einem Unfall hat Aarre sein Gedächtnis verloren. Als er es wiedererlangt kommt noch viel mehr ans Tageslicht.

Die Zeit heilt alle Wunder



1. Die Zeit heilt alle Wunder

Meine Hand zittert, als ich sie zu der Türklingel bewege. Ich bin schon lange nicht mehr hier gewesen und erkenne die Umgebung fast gar nicht mehr wieder! Es hat sich in den letzten Jahren so viel geändert! Auch mein Leben! Ich kann nur hoffen, dass sich nicht so viel bei dir verändert hat. Grade jetzt brauche ich dich doch besonders….
Als die Türe aufgeht versuche ich zu lächeln, was ich auch halbwegs schaffe. Etwas sagen oder mich gar bewegen, kann ich aber nicht. Zuviel Angst habe ich, etwas Falsches zu sagen oder zu tun! Ich habe schon so viel falsch gemacht! „Bist du es wirklich?“, fragst ganz verwirrt. Ich nicke nur leicht. „Mensch Alter, was machst du denn hier? Wieso hat du dich nicht mehr gemeldet?“, fragst du mich, als du mich in den Arm nimmst. Mir steigen Tränen in die Augen. Ich hätte nicht gedacht, dass du meinen Mut so schnell zerstören könntest. Jetzt fange ich wirklich an zu weinen. Ich kann und will die Tränen nicht mehr zurück halten! Jetzt habe ich endlich wieder jemanden gefunden, der mich versteht, der mich kennt, der mich liebt.
„Oh mein Gott! Was ist denn mit dir los? Komm erst mal rein!“, bittest du mich. „Aarre, was ist mit dir los? Was ist passiert? Warum hast du dich nicht gemeldet?“. Wir sitzen nebeneinander auf einem Sofa und du umarmst mich immer noch so halb, da ich mich scheinbar nicht mehr beruhigen kann. Tief in meinem Herzen geht es mir aber so gut wie schon lange nicht mehr. Meine Stimme ist noch leicht zittrig, als ich versuche dir alles zu erklären: „Weißt du, in meinem Leben hat sich soooooo viel verändert, Höyhen! Alles…was ich geliebt habe…wurde mir genommen…“ Ich stocke eben um wieder neue Kraft zu sammeln. Mir fällt es so schwer von meiner Vergangenheit zu sprechen.
„Kurz nachdem wir beide telefoniert haben wollten wir ja alle zusammen zu meinen Eltern fahren, das weißt du doch, oder?“ Ich warte dein Nicken ab, bevor ich weiter rede. „Wir sind nie in Lahti angekommen. An diesem Tag, in diesem Auto wurde mir alles genommen, was ich so sehr liebte, was ich so sehr brauchte!“ Du siehst sehr erstaunt aus. Ich hatte es auch ehrlich gesagt nicht anders erwartet. Nachdem ich meine Nase geputzt habe erzähle ich weiter: „Ich bin im Krankenhaus aufgewacht, hatte keine Erinnerung and den Unfall mehr. Eine Krankenschwester erzählte mir meine Tochter und meine Schwester seien tot. Ich versuchte mich an sie zu erinnern, aber das konnte ich nicht. In mir drin war nichts weiter als stechender Schmerz. Ich hörte nur immer wieder den Schrei von Mari Hanna. Ich hatte zwar sehr viel verloren, aber durch diesen Unfall hatte ich meine Erinnerung an die Vergangenheit wieder. Die Zeit vor dem ersten Unfall. Ich brauchte erst mal etwas um damit fertig zu werden, ging zu mehreren Psychologen. Aber nichts half so richtig. Bis ein Psychologe auf die Idee kam mich mit meiner Vergangenheit zu konfrontieren. Ja, hier bin ich!“ Du siehst sehr geschockt aus. Gut dass ich nich noch weiter gemacht hab mit meiner Geschichte.
Deine Augen weiten sich etwas und du bist anscheinend etwas sprachlos. Ich kann in deinen Augen sehen, dass dich eine Frage quält, doch du bekommst sie nicht über deine Lippen. Eine Weile schweigen wir beide noch bevor wir weiter erzählen, so als ob nichts geschehen wäre.
Nachdem wir noch wirklich lange über Gott und die Welt erzählt haben, beschließen wir uns mit Kala und Medi zu treffen. Sie machen grade hier in der nähe Urlaub. Wohnen nämlich immer noch, genau wie ich, in Helsinki. Kala hat inzwischen eine kleine Familie gegründet. Hat seine Freundin geheiratet und mit ihr schon zwei Kinder bekommen. Und Medi? Ja, auch der ist glücklich mit seiner Frau und seinem Sohn, der inzwischen schon 5 Jahre alt ist.
Es ist so schön wie glücklich sie von ihrem Leben erzählen, doch wie ich es schon gedacht hatte fällt auch die Sprache auf mich. Warum ich mich so lange nicht mehr gemeldet habe?
Mir steckt ein riesiger Kloß im Hals, was auch du merkst und den beiden so alles erklärst: „Er konnte nicht! Aarre hatte einen Autounfall, bei dem Mari Hanna und Marion gestorben sind. Er konnte sich nicht mehr an sie erinnern, dafür aber wieder an die Zeit vor dem ersten Unfall. Und jetzt hat ihn sein Psychologe hier hin geschickt“
Mhh genau das wollte ich sagen. Aber mein Psychologe hat mich nicht nur hier hin geschickt um mit meiner Vergangenheit fertig zu werden, sondern um dir endlich zu gestehen, dass ich dich immer noch liebe. Also hat mich auch mein Herz hier hin geführt.
Später am Abend beschließen wir essen zu gehen. Zu Feier des Tages sozusagen. Wir haben nämlich beschlossen noch einmal einen Anfang zu wagen. Ein Comeback wenn man es so möchte. Ich nenne es aber nur sehr ungern so. Eigentlich waren wir ja nie so richtig weg und Comebacks sind außerdem nur was für Idioten.
„Leute ich bin so froh, dass wir jetzt wieder eine Band sind! Ihr habt mir wirklich gefehlt!“, sage ich und hebe dabei mein Glas. „Auf uns!“ „Auf uns!“, wiederholen die andern drei. So glücklich habe ich mich schon lange nicht mehr gefühlt. Ein Blick auf das Datumsdisplay meiner Uhr verrät mir, dass es sogar schon genau sechs Jahre her ist. Super, jetzt ist meine Laune wieder im Eimer. Vor genau sechs Jahren war ich noch einer der glücklichsten Menschen auf dieser Welt. Ich hatte super Freunde, eine wundervolle Frau, sowie eine bezaubernde Tochter und die liebste Schwester die ich mir hätte wünschen können. Wir waren grade mit den Vorbereitungen für unseren Ausflug zu meinen Eltern fertig, saßen im Wohnzimmer und tranken zusammen ein Glas Wein. Ich kann mich noch haargenau an diesen Abend erinnern. Der letzte Abend an dem ich wirklich glücklich war, bis zu dem heutigen Abend. Heute habe ich meine Familie wieder gefunden!















2. Oder doch nicht?

„Ähm Höyhen! Ich hab da so ein ganz kleines Problem. Ähm…ich hab kein Hotelzimmer mehr kriegen können. Kann ich vielleicht bei dir schlafen?“, frage ich dich etwas kleinlaut.
Du nickst und gibst auch mir meine Jacke. Als wir das Restaurant verlassen landet eine einsame Schneeflocke auf meiner Nase. Vorsichtig fährst du mit deinem Daumen über sie um die Schneeflocke, die inzwischen zu Wasser geworden ist wegzuwischen. Es kann sein, dass ich mir das alles nur einbilde, aber ich glaube einen Funken Liebe in deinen Augen sehen zu können. Trotzdem möchte ich nichts überstürzen! Du bist noch mit Sisar verheiratet. Ich habe in deinem Leben eigentlich nichts mehr verloren. Zumindest nicht mehr in dieser Art, in der ich gerne in deinem Leben wäre.
Medi und Kala hatten sich schon etwas früher verabschiedet und sind schon mit einem Taxi zu ihrem Hotel gefahren. Jetzt stehen nur noch wir beide hier auf dem Bürgersteig und sehen uns komisch an.
Langsam gehen wir zu deinem Haus, welches an der Alster liegt. Auf dem Weg dorthin müssen wir an einem kleinen Park vorbei. Mir kommen die Tränen. Hier haben wir früher immer mit unseren Töchtern gespielt. Über den Tod von Mari Jo bin ich immer noch nicht ganz hinweg… „Du denkst grade auch an die beiden, oder? Ich muss oft an Mari Jo denken. Sie war eine wundervolle Tochter!“, flüsterst du mir zu. Wir bleiben kurz stehen und du nimmst mich in den Arm. Merkst wohl auch, dass mir das alles immer noch nicht sehr leicht fällt.
„Lass uns weiter gehen! Es ist kalt!“, flüsterst du und gehst einfach weiter. Vor deiner Haustüre bleibst du stehen und kramst in deiner Manteltasche. Währenddessen schaue ich mich ein wenig um. Die Gegend hier ist mir so bekannt, und doch kommt sie mir so fremd vor. Alles ist irgendwie anders geworden. Alles hat sich verändert. Nicht nur ich, und das macht mich schon etwas glücklich!
Endlich hast du es geschafft, und wir können dein warmes Haus betreten. Sisar und Tähti haben es damals renoviert und aus dem alten Haus ein wirklich schönes neues gemacht! Es ist sehr offen und nicht voll gepackt mit Möbeln, wirkt aber trotzdem nicht leer oder kalt. Genau so liebe ich Häuser. Nachdem ich mir meinen Mantel ausgezogen habe setzte ich mich schon mal auf das Sofa. Damals hattet ihr ein anderes. Schon wieder ein Veränderung… „Wir gehen noch nicht schlafen, oder?“, fragst du und versuchst gleichzeitig auch deinen Mantel auszuziehen. Ich antworte die leise, dass ich gerne noch etwas hier sitzen bleiben würde, während ich mich gespannt im Raum umsehe. Dann bleibt mein Blick an dem Fenster hängen. Bin wieder mal von dem Ausblick fasziniert, den man vom Sofa aus genießen kann. „Willst du noch was trinken?“, rufst du aus der Küche. Ich erschrecke mich etwas. War ganz in meiner Traumwelt versunken. Nach ein paar Sekunden, in denen ich erstmal wieder alles ordnen musste antworte ich dir: „Ja gerne!“
Nach höchstens einer Minute kommst mit zwei Weingläsern wieder zurück ins Wohnzimmer und stellst diese auf den Wohnzimmertisch. Was für eine Atmosphäre! Im Karmin brennt ein Feuer, draußen hat es angefangen zu schneien, und wir beide sitzen hier und trinken Wein. Normalerweise würde ich jetzt sagen diese Situation ist ur romantisch, aber für viel Romantik sitze ich erstens zu weit weg von dir, und zweitens wird nie wieder Romantik zwischen uns beiden aufkommen! Du bist verheiratet und jetzt nur noch mein bester Freund, fast mein Bruder. Nicht mehr, aber auch nicht weniger! Während ich über unsere Beziehung nachgedacht habe, habe ich dich die ganze Zeit angestarrt. Ich hoffe mal das ist dir nicht aufgefallen! Sonst habe ich schlechte Karten! Mir ist aber grade auch aufgefallen wie hübsch du eigentlich bist. Viel hübscher als in meiner Erinnerung!
Sollte ich dir das vielleicht mal sagen? Nein, wie blöd hört sich das denn bitte an? ‚Du Höyhen, weißt du eigentlich wie hübsch du bist?’ Neee, das geht nicht.
„Wunderschön“, flüsterst du plötzlich leise in die Stille. Ich weiß nicht, ob es an dem Alkohol liegt, da ich seit sechs Jahren keinen Tropfen mehr getrunken habe, oder an dir, ich bin auf jeden Fall total verwirrt. „Was?“, frage ich wirklich nicht verstehend, was du damit meintest.
Und wieso siehst du mich so an? Schnell starrst du wieder nach draußen und flüsterst weiter: „Du…und der Schnee!“
Ähm ja. Was soll ich denn bitte davon halten? Du findest mich wunderschön? Was soll das? Vielleicht habe ich ja doch Aussichten…Quatsch Aarre, bild dir nichts ein. Der Mann ist ´verdammt noch mal verheiratet! Das geht einfach nicht! Du hattest deine Chance und hast sie verspielt…
„Mhh er ist wirklich wunderschön! Genau wie du Höyhen!“, antworte ich dir und bin gespannt wie es jetzt weitergeht. Abrupt siehst du zu mir. Was ist denn jetzt los? Hab ich was Falsches gesagt? Wieder dieser Blick von dir. Die Luft scheint zu knistern, wie das Kaminfeuer hinter uns.
Mein Herz schlägt im Moment so oft, dass ich es schon nicht mehr spüre. Ich bin einfach von deinem Blick gefesselt. Plötzlich stehst du auf und setzt dich neben mich ohne auch nur eine Sekunde die Augen von mir abzuwenden. Hilfe, was passiert hier?
Dieser Blick. Vorsichtig streichst du mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Noch vorsichtiger streichst du mit deinem Daumen über meine Wange. Es fühlt sich an wie mindestens 1000 Stromschläge. Mindestens genauso viele Fragen schwirren auch in meinem Kopf umher. Was passiert hier grade mit uns? Wieso machst du das? Fühlst du auch mehr für mich? Nachdem ich mich einmal ermahnt habe kann ich wieder halbwegs klar denken und sehe dir in die Augen. „Höyhen…ich…du…was passiert hier grade?“, frage ich vorsichtig flüsternd. Will die Atmosphäre nicht zerstören. Leicht lächelst du mich an und antwortest mir: „Ich weiß es nicht Aarre! Komm, lass uns schlafen gehen! Morgen wird ein anstrengender Tag!“
Mhh, das Problem hatte ich doch grade schon! Schlafen. Ähm ja, dieses Haus besitzt eigentlich nur ein Doppelbett. Und ein Sofa. Aber auf dem kann ich auf keinen Fall schlafen. Das letzte Mal, als ich das versucht habe musste ich nachher zum Orthopäden gehen, weil es mir einen Nackenwirbel raus gehauen hatte. Ich bekam wochenlang Massagen und wir mussten einige Konzerte absagen.
„Du schläfst doch mit bei mir im Bett, oder? Oder willst du es noch mal riskieren dir einen Wirbel auszurenken?“, grinst du mich leicht verschlafen an. Der Rotwein macht selbst dich etwas dösig, was mich dann doch ein wenig beruhigt! Ich dachte schon ich könnte rein gar nichts mehr vertragen! Naja, in mir steckt doch immer noch ein kleiner Finne.
Ich nicke langsam. In Gedanken wäge ich grade ab welche Schmerzen wohl schlimmer sind. Die seelischen, wenn ich diese Nacht neben dir verbringen muss und dich trotzdem nicht berühren darf, oder die körperlichen. Ich entscheide mich am Ende ganz klar für die körperlichen und trotte dir nach ins Schlafzimmer.
Zuerst darf ich ins Bad gehen. Ich beeile mich sehr. Als ich fertig bin rausche ich an dir vorbei und verkrieche mich unter der Decke deines Bettes. Sie riecht so gut nach dir. Gierig atme ich noch einmal tief ein um den Geruch, nein um deinen Duft noch einmal in mich aufzunehmen.
Ich liebe es. Es ist so eine ausgewogene Mischung aus Kaffee, deinem Aftershave und was weiß ich nicht was. Ich fühle mich wieder in die alte Zeit zurück versetzt, als wir uns noch jeden Tag ein Hotelzimmer teilten und ich jeden dritten neben dir im Bett lag, weil die Hoteliers uns wieder mal ein Hotelzimmer mit einem Dopperlbett gaben.
Ach, wie oft ich mir diese Zeit schon zurück gewünscht habe. Und wie sehr ich sie mir im Moment wieder wünsche. Damals hatte ich Gefühle für dich und du für mich. Wir beide hatten noch keine Freundinnen, weil wir uns unserer Liebe sicher waren. Doch jetzt ist alles anders, und ich weiß nicht, wie lange ich diesen Zustand noch aushalte. Ich seh es schon vor mir, irgendwann platzt es aus mir heraus, und dann ist alles für immer aus!
Ich liebe die Band auch, aber ich habe auch gelernt ohne sie zu leben [3].
Es war zwar nicht immer einfach, aber ich habe es geschafft! Ich höre wie der Schlüssel der Badezimmertüre wieder umgedreht wird und mache schnell meine Augen zu. Ich weiß, dass du, genau wie ich, nur noch eine Boxershorts anhaben wirst, ich weiß jedoch nicht, wie ich reagieren würde, wenn ich dich so sehen würde.
Die Matratze senkt sich an der einen Seite ein wenig runter und ich kann fast deinen Atem in meinem Haar spüren. Jetzt, wo du neben mir liegst kann ich meine Augen wieder öffnen. Sofort sehe ich in deine wunderschönen smaragdgrünen Augen und habe Angst darin zu versinken. Ich liebe deine Augen. Ich bin so froh euch endlich wieder gefunden zu haben!
Erst jetzt bemerke ich, dass auch du in meinen Augen zu versinken scheinst. Was passiert hier verdammt?
„Gute Nacht! Schlaf gut und träum süß!“, hauchst du mir entgegen. Moment mal. Du hauchst? Was soll das? „Gute Nacht! Schlaf du auch gut und träum auch süß!“, wünsche auch ich dir. Du nickst nur leicht und flüsterst: „Wenn ich wie immer von dir träume kann’s nicht süßer werden!“
Wie bitte, was? Hab ich mich da grade verhört? Und, wie immer? WAAAAS? Ich sollte mir langsam mal ein Hörgerät anschaffen! Ist ja schlimm! Oder hast du mir grade wirklich gesagt, dass die Träume von mir, die du immer hast, die süßesten sind? Ich kann nicht anders, ich muss dich jetzt einfach fragen: „Höyhen? Kann ich mal mit dir reden?“
„Kann das nicht bis morgen warten?“, fragst du schon halb schlafend.
Etwas gereizt antworte ich dir: „Nein Höyhen, das kann nicht bis morgen warten! Ich hab schon viel zu lange gewartet! Es muss einfach jetzt sein! Höyhen, warum ist Sisar weg? Ihr wart doch mal so verliebt!? Warum ist das alles jetzt nicht mehr da?“
„Genau Aarre, wart“, antwortest du mir und seufzt einmal. „Aarre, ich liebe sie einfach nicht mehr. Manchmal könnte ich mich ja selber dafür ohrfeigen, aber ich habe eigentlich nie richtig geliebt. Ich liebe eine andere Person.“
Mein Herz scheint kurz auszusetzen. Du bist verliebt. „Dann freu dich doch. Wer ist denn die Glückliche?“, frage ich ganz vorsichtig, will aber eigentlich keine Antwort haben. Du ringst ein paar Sekunden mit dir, ob du es mir sagen sollst, das spüre ich. „Du!“, platzt es dir plötzlich raus, und mein Herz scheint endgültig stehen zu bleiben. Wie war das noch mal mit dem Hörgerät? Ich sollte gleich morgen schon eins besorgen! Wird ja langsam unerträglich.
Wir sehen uns die ganze Zeit schon tief in die Augen und in deinen kann ich so viel sehen, was bisher nur Sisar vorbehalten schien.
Doch jetzt gelten deine Blicke allein mir. MIR! Wie oft hab ich davon schon geträumt in den letzten 6 Jahren? Doch jetzt macht es mir ein wenig Angst. Was ist, wenn du das ganze morgen schon wieder auf den Alkohol schiebst, oder wenn du mich nur verarscht? Letzteres kann ich mir aber eher nicht vorstellen. Du bist mein bester Freund. Schon immer gewesen. So was würdest du mir nicht antun. Dafür kennen wir uns zu lange und zu gut. Immerhin schon seit unserer ‚Sandkastenzeit’!
„Sag…Sag das noch mal“, bitte ich dich. Du siehst mir noch tiefer in die Augen und wiederholst: „Aarre, ich…ich…ich liebe…dich!“ Nein, ich habe mich nicht verhört. Aber was bitte soll ich denn jetzt davon halten? Ich liebe dich auch, ja, aber ich habe so viel Angst. Angst dich schon wieder zu verlieren. Die Band zu verlieren. Wieder meine ganze Vergangenheit zu verlieren. Du hast mir wirklich die Sprache verschlagen! Dein ängstlicher Blick wird nun zu einem etwas enttäuschten. Hattest du dir schon etwas versprochen?
„Ich…Höyhen…du…und ich…wir beide…“, stottere ich vor mich hin! Sehr enttäuscht entgegnest du mir: „Ist schon gut Aarre! Es ist okay, wenn du mich nicht mehr liebst! Ich meine, du warst glücklich mit Tähti, danach sind weiter sechs Jahre vergangen. Es ist in Ordnung so!“ „Nichts wäre so in Ordnung!“, du siehst mich verwirrt an und ich beende mein Geständnis: „Höyhen ich liebe dich über alles!“ Und kann deine Augen, trotz der Dunkelheit leuchten sehen. Und wie ich dich liebe! Mehr als mein Leben!
Vorsichtig beuge ich mich über dich und gebe dir einen leichten Kuss, um mein Geständnis noch zu unterstreichen. Nach ein paar Sekunden löse ich mich wieder von dir und sehe dir in die Augen. Sie sind so wahnsinnig schön. Doch lange darf ich diesen Blick nicht genießen, da du mich wieder zu dir ziehst. Es entbrennt ein leidenschaftlicher Kuss zwischen uns beiden. Hätte ich noch gewusst wie gut du küssen kannst, ich hätte es schon vorher ausprobiert!










































3. A new chapter in my life

„Guten morgen mein Süßer!“, flüsterst du in mein Ohr und knabberst leicht an ihm. Mhh, so wird man doch immer wieder gerne geweckt. „Morgen“, murmele ich und blinzle dich an. Man, wie gut du morgens aussiehst, wenn du noch ein bisschen zerknautscht bist. So schön hatte ich dich gar nicht mehr in Erinnerung. Meine Erinnerung ist wohl auch nach dem zweiten Unfall nicht mehr ganz die alte… Scheiß Unfall. Wäre er nicht gewesen wäre ich schon viel eher zu dir gefahren und hätte dir vielleicht auch schon früher meine Liebe gestanden. So viel früher hätte ich das alles haben können. So viel früher hätte ich dich haben können!
„Möchtest du was frühstücken?“, fragst du mich und gibst mir noch einen leichten Kuss auf den Mund. Ich nicke leicht: „Dich“ [4] Du musst grinsen, schüttelst aber deinen hübschen Kopf: „Ne, ich hab langsam wirklich Hunger! Außerdem wollten wir uns heute noch mit den andern beiden treffen. Die wissen noch gar nichts von uns, also reiß dich zusammen!“ Geknickt nicke ich und quäle mich aus deinem Bett. Freudig springst du in der Küche hin und her, summst irgendein Lied dabei und suchst alle Sachen für unser Frühstück zusammen. Du siehst wirklich sexy [5] aus, wenn du so nur in Boxershorts in deiner Küche rumturnst.
Gut gelaunt stellst du mir einen Becher Kaffee vor die Nase und gibst mir auch sogleich einen Kuss auf diese. Ich kann nur müde vor mich hinlächeln. Ich bin morgens eben nicht so fit, doch du weißt das! Wir waren ja schließlich schon oft genug zusammen auf Tour oder sonst auch lange genug zusammen. Doch jetzt sind wir ZUSAMMEN! Wahnsinn!
„Wann wollten Medi und Kala eigentlich kommen?“, frage ich mit sehr schläfrigem Tonfall. Du hast endlich alles von der Küche auf den Tisch verfrachtet, setzt dich mir gegenüber hin und antwortest: „So gegen eins. Wir haben also noch drei Stunden Zeit. Wollen wir es ihnen heute schon sagen? Sie sind unsere besten Freunde und haben ein Recht darauf so was zu erfahren! Und außerdem liebe ich dich über alles Aarre!“
Vor Schreck verschlucke ich mich fast an meinem Toast. Über alles? Langsam nicke ich. „Ich liebe dich auch über alles, Höyhen!“, antworte ich dir. „Mehr als du dir vorstellen kannst!“
Du siehst von deinem Brötchen auf direkt in meine Augen. Mir wird ganz heiß und kalt, ich muss grinsen und trinke noch einen Schluck Kaffee. Ah, man merkt richtig, wie alle Lebensgeister wieder zu einem zurückkommen!
Jetzt bin ich auch wieder was gesprächiger. Ohne Kaffee geht bei mir morgens nichts. Du bist da ganz anders! Du bist schon vor dem Aufstehen hell wach und könntest die Welt retten! Da brauchst du nicht erst den Kaffee für. Deswegen trinkst du morgens auch Tee. Ich glaube sogar du magst gar keinen richtigen Kaffee. Nachdem du einmal an deinem Becher genippt hast verziehst du dein Gesicht und stellst ihn wieder vor dich hin.
Neugierig sehe ich mir das kleine Schildchen an dem Teebeutel an. „Heiße Liebe…“, murmele ich. „Hilft das denn?“
Jetzt grinst du mich an: „Mh…weiß nicht. Können wir ja mal ausprobieren.“ Grinsend trinke ich meinen Kaffee aus. „Reicht die Zeit denn dafür aus?“, frage ich grinsend nach einem Blick auf meine Uhr.
Mit einem Mal lässt du dein Brötchen links liegen, stellst deine Tass Tee, aus der du grade noch einmal getrunken hast, ab und kommst zu mir und setzt dich auf meinen Schoß. Nach einem langen Blick in meine Augen küsst du mich. „Ich glaube, das könnte klappen!“, flüsterst du mir zu und küsst mich weiter. Ich muss sagen, du küsst wirklich gut!
Hattest auch sehr viel Zeit zum üben. Ob Sisar weiß, was sie da grade verliert? Stopp, warum mach ich mir hier eigentlich solche Gedanken? Ich sollte das hier genießen! Genießen und mich fallen lassen!
Und genau das tue ich jetzt auch! Unser Kuss wird immer fordernder, leidenschaftlicher. Du schiebst deine etwas kühlen Hände unter mein Shirt, was ich mir vor dem Frühstück schnell angezogen hatte. Deine Hände wandern immer höher und ziehen es mir schließlich ganz aus. Nachdem du es in irgendeine Ecke gepfeffert hast stehst du auf, ziehst auch mich auf die Beine und zerrst mich in Richtung…Nein! Halt! In Richtung Schlafzimmer. Okay, ganz ruhig bleiben. Ich fühle mich ein bisschen wie früher, als ich noch Teeny war und…lassen wir das. Zu viel denken ist bei so was nicht gut! Du schubst mich auf das Bett, ziehst dir auch dein Shirt aus und legst dich über mich.
„Aarre…ich…will…dich…JETZT!“, flüsterst du mir ins Ohr und eine Welle von Gänsehaut überkommt mich. Nach diesem Satz küsst du mich wieder. Doch nach einigen Sekunden gehen deine Lippen auf Wanderschaft. Erst saugst du dich ein bisschen an meinem Hals fest, dann übersähst du meinen Oberkörper mit vielen kleinen Küssen. Mein Gehirn schaltet sich automatisch aus und ich kralle mich ein wenig in die Laken, als du an meinem Bauchnabel erreichst. Mein Gott, ich wusste gar nicht, dass du so zärtlich sein kannst.
Vorsichtig schiebst du deine Hand zu meiner Boxershorts. Mit ein paar Fingern spielst du an dem Bund rum und versuchst sie mir auszuziehen.
Doch grade als du sie an der einen Seite über meinen Beckenknochen gezogen hast klingelt es an der Tür. VERDAMMT!
Du küsst mich noch einmal, stehst auf und murmelst: „Wenn derjenige jetzt keinen guten Grund hat…ich würde auch morden!“
‚Und ich mach mit’, hänge ich in Gedanken noch dran. Du ziehst dir dein Shirt wieder über und schlurfst zur Haustüre. Ich zubbele meine Shorts wieder zurecht und horche an der Schlafzimmertüre. Die Stimme kommen mir bekannt vor. SCHEISSE! Das sind Kala und Medi. Was wollen die denn schon hier? Okay, was mach ich jetzt? Meine Tasche mit meinen Sachen drin steht noch im Wohnzimmer, und mein Shirt liegt irgendwo im Haus. Ich hab nicht mehr so genau mitbekommen, wo du es hingeworfen hast. Ich war zu…erregt. Und ich muss leider feststellen, dass ich es immer noch bin. MIST!!! Schnell krame ich mir aus deinem Kleiderschrank ein etwas größeres Shirt raus. Gott sei dank haben wir die gleiche Kleidergröße. Du rufst nach mir, also verlasse ich das Schlafzimmer.
„Hei Aarre! Sag mal Höyhen…hab ich dir das T-Shirt nicht mal zum Geburtstag geschenkt?“, begrüßt mich Medi. FUCK! Erst jetzt fällt es mir auf. Vorne ist ein Foto von dir als 5jähriger drauf. In dem Jahr haben wir uns kennen gelernt. Ich sehe dich etwas verzweifelt an, doch du antwortest Medi nur: „Ja. Setzt euch doch. Wir müssen mit euch reden!“



















4. Hasta la muerte

Wie immer setze ich mich auf das Sofa. Du setzt dich neben mich, Medi und Kala lassen sich uns gegenüber nieder. „Aarre, hattest du den Knutschfleck da am Hals gestern schon?“, fragt mich Kala etwas geschockt. Er hat wohl gut beobachtet und eins und eins zusammen gezählt! Ich werfe noch einen geschockten Blick zu dir. VERDAMMT!
Okay, Hirn wieder einschalten und denken. Was soll ich denn jetzt antworten? Ich hab Staub gesaugt?? Ne, so kann ich meine besten Freunde nicht anlügen! „Ähm, nein…ich…wir…“, stottere ich vor mich hin. „Wir sind zusammen!“, unterbrichst du mein Gestotter. Medi und Kala sehen uns mit großen Augen geschockt an. „Wollt ihr was trinken?“, fragst du betont locker. Doch keiner antwortet. Ich muss zugeben, selbst ich bin geschockt von deiner Offenheit! Langsam nickt Kala und fragt: „Hast du Wodka?“ Du nickst und verschwindest in der Küche. Mit vier Gläsern und einer Flasche aus unserer Heimat kommst du zu uns zurück und stellst alles auf den Wohnzimmertisch. Immer noch schweigend nimmt Kala sich ein Glas, schenkt sich etwas von der durchsichtigen Flüssigkeit ein und kippt es dann runter. Jetzt sieht er schon nicht mehr ganz so geschockt aus. „Okay, jetzt noch mal ganz langsam bitte“, fordert er uns auf die ganze Sache zu erklären. Endlich habe ich wieder Worte gefunden und fange an: „Wir beiden sind wieder zusammen. Durch den Autounfall habe ich mein Gedächtnis wiedererlang an die Zeit vor meinem ersten Unfall. Diese Zeit war mit die glücklichste Zeit meines Lebens und je mehr ich darüber nachgedacht habe umso mehr habe ich mich aufs neue in Höyhen verliebt! Es hat mir so gefehlt Höyhen nicht nur Freund sondern MEINEN Freund nennen zu dürfen!“ Oh mein Gott wie schniefig war das denn jetzt bitte? War ich schon immer so…so…ähm…ja so halt?
Egal, so fühle ich mich, und so war es jetzt auch richtig! Medi nickt nur und flüstert unter einem leichten Lächeln: „Ich freue mich so für euch, dass ihr euch endlich wieder gefunden habt! Aber das nächste Mal bitte nicht ganz so direkt, ja?“ Jetzt kann ich wieder grinsen. Soeben war ich aber wirklich kurz davor zu weinen. Hilfe was ist mit mir los? Kurz sehe ich in deine unbeschreiblich schönen Augen und nicke dann mit dir synchron. Ich bin so glücklich. Aber das bin ich immer, wenn ich mit dir zusammen sein darf. Wenn du da bist ist alles richtig, dann kann nur alles richtig sein.
Plötzlich erhebt sich Medi und gießt alle vier Gläser voll Alkohol. Dann bedeutet er uns, dass wir uns allen ein Glas nehmen sollen. „Auf eure Liebe!“, ruft er und hält sein Glas in die Luft. Wir tun es ihm gleich. „Auf unsere Liebe“, rufen auch wir und trinken den Wodka auf Ex, so wie es sich für Finnen gehört.
Nach diesem Toast entscheiden wir uns mit unserer Musik endlich weiterzumachen. Wir haben einiges nachzuholen. Doch bevor wir alle in den Keller verschwinden ziehe ich mir noch eine Hose an. Dein Shirt lasse ich frecher weise an. Aber mit dem Liebenden teilt man ja gerne. Und auch du bekleidest dich.
In diesen sechs Jahren, in denen wir uns nicht gesehen haben, haben wir vier fleißig Lieder geschrieben, so kommen wir jetzt auf an die 100 fertige Lieder, und ca. 50 halb fertige Songs. Es kommt also viel Arbeit auf uns zu. Zwischen den einzelnen Arbeitsschritten kommst du oft zu mir, umarmst mich oder gibst mir sogar vor den Andern Küsse. Sonst warst du nie so…offen vor uns mit deiner Liebe. Es scheint dir wirklich ernst zu sein.
Noch mehr komme ich auf den Glauben als du uns das erste Lied, was du geschrieben hast, vorspielst. So ging es dir auch?




Falling out of the world you belong in
And you can scream ‘cause there’s no one to hear you anyway yeah
Hiding is easier when you are lying
Now is the time when you must run
Like no one’s run before [6]

Du sprichst mir so aus der Seele. Auch kommt bei mir langsam wieder der Gedanke hoch wie schwer es eigentlich immer noch ist auf diese Art ‚anders’ zu sein. Es gibt halt noch zu viele intolerante Menschen. Doch dann erinnere ich mich auch an Worte, die Medieinmal ausgesprochen hat. Wenn man liebt, dann ist es egal welches Geschlecht man liebt! MAN LIEBT EINFACH!!! Wie hat das Tähti einmal so schön ausgedrückt? „Wenn man jemanden mit jedem Gedanken, jedem Wort und jeder Faser seines Körpers liebt. Wenn man sofort für die andere Person sein Leben aufgeben würde, dann ist das wahre Liebe!“
Und genau so sehe ich das auch.




































5. Die Nacht dreht sich um dich allein

Am Abend sind wir wieder allein. Ich bin grade im Bad um zu duschen, als ich aus der Küche merkwürdige Geräusche höre. Schnell schnappe ich mir ein Handtuch und binde es mir um. Dann mache ich mich auf den Weg dorthin, wo ich vermute, dass dort die Geräusche entspringen.
Immer noch etwas tropfend schaue ich um die Ecke zur Küche und bekomme fast einen Schock. DU KOCHST!?!? Ich dachte immer du kannst das gar nicht! So kann man sich in einer Person täuschen…
Leise versuche ich mich an dich ran zu schleichen, doch das gelingt mir nicht ganz. Ich stand zu lange an derselben Stelle, so dass sich eine recht große Wasserlache gebildet hat.
Und in genau dieser Lache rutsche ich aus. Mit einem recht lauten Knall lande ich auf dem Boden und du kommst erschrocken zu mir. Siehst richtig hektisch und geschockt aus. Wirkst aber trotzdem noch so süß.
„Was machst du denn da? Und warum bist du überhaupt schon fertig?“, fragst du mich irritiert, hilfst mir hoch und schiebst mich zurück ins Schlafzimmer. Was soll das? Was hast du vor? Trotz all der Fragen beschließe ich genau das zu tun was du willst. Mich dir also voll und ganz hinzugeben. Ich drehe mich um, um in deine wunderschönen Augen zusehen. Für einen Moment habe ich das Gefühl zu schweben. Zeit und Raum zu vergessen und hinter mir zulassen. Es gibt nur dich und mich. Auch dir scheint es so zugehen. Doch als eine schrille Klingel ertönt rennst du fluchend in die Küche. Murmelst vorher noch was von anziehen, warten, Überraschung und so einem wirren Zeug. Wie gesagt ich tue was du sagst und ziehe mich an. Vorsichtshalber warte ich diesmal wirklich darauf, dass du mich rufst und setzte mich auf das große, gemütliche Bett.
Mein Blick wandert durch den Raum. Er ist sehr hell und freundlich eingerichtet und hat sehr viel von finnischem Design. All das, wofür Finnland bekannt ist, hat wahrscheinlich Sisar hier perfekt vereint. Plötzlich bleibt mein Blick an einem Kalender haften. Auch er ist finnisch mit Finnlandfotos und so. Als ich auf die Tageseinteilung schaue erschrecke ich. Übermorgen geht mein Flieger nach Hause. Doch noch etwas lässt mich unruhig werden. Der heutige Tag ist rot markiert. Mit einem Herzen. Was soll das alles? Ich möchte jetzt endlich wissen was hier gespielt wird!
Und als ob du Gedanken lesen könntest kommst du in das Zimmer. In einer Hand hältst du eine schwarze Augenbinde, die du mir gleich umbindest. Ich seh wirklich nichts mehr, weswegen ich hastig nach deiner Hand greife. Bin ein wenig aufgeregt. Langsam führst du mich aus dem Schlafzimmer zum Esszimmer. Das weiß ich aber nur so genau, weil ich eine gute Orientierung habe, und weil ich mich in deinem Haus buchstäblich mit verbundenen Augen zurechtfinden könnte. Ich höre leise Musik und versuche zu erkennen welche es ist. Muss mich stark konzentrieren bis ich es herausfinde. Es ist ein deutsches Lied und ich kenne es sogar. Aber wie heißt es noch mal? Ach so ja: Balu. Genau!
Vorsichtig nimmst du mir die Augenbinde ab. Es ist recht dunkel hier. Nur ein paar dutzend Kerzen versuchen mit ihrem Licht die Dunkelheit zu vertreiben. Zwischen ihnen liegen 100te Rosen und auch einzelne Rosenblätter. „Wow!“, platzt es aus mir heraus. „Das ist so unfassbar schön!“ Du ziehst einen der beiden Stühle etwas nach hinten, so dass ich mich hinsetzen kann. In all deinen Bewegungen scheint so eine Art Vorsicht zu sein. Und trotzdem so eine Leichtigkeit. Es ist unfassbar. Selbst den Tisch hast du wundervoll gedeckt. Auf ihm steht ein größerer, silberner Kerzenständer und sehr edel wirkende Weingläser. Zwischen den beiden Gedecken hast du Rosenblätter verstreut. Aus der Küche holst du eine Flasche Weißwein und schenkst uns etwas ein.
Danach verschwindest du noch einmal in der Küche, kommst jetzt aber mit zwei Tellern zurück. Hui lecker! Höyhen ich bin stolz auf dich! Kunstvoll hast du Spaghetti mit Spinat und Lachs auf diesem schönen Porzellan angerichtet. Mein Lieblingsessen!
In mir schiebt sich immer mehr der Gedanke, dass du was von mir willst, hoch. Aber WAS willst du??? Meine Sinne sind vernebelt. Du könntest alles von mir haben! Aber meine Sinne sind ja eh immer zumindest leicht vernebelt, wenn du in meiner Nähe bist. Allein durch dein Aftershave, durch DICH! Du bist meine Droge!!!
Während wir essen sagt keiner von uns beiden ein Wort. Zwischen uns liegt so eine Magie, so eine Romantik, die meine Knie weich werden lässt. So was habe ich noch nie gefühlt. Selbst zwischen Tähti und mir lag nie so eine Magie wie jetzt zwischen dir und mir. Und noch einmal wird mir bewusst wie sehr ich dich liebe. Doch mir fehlen die Worte meine Gefühle für dich auszudrücken. Sie sind einfach viel zu stark. Doch im Moment brauchen wir auch keine Worte. Ich habe Angst das was grade hier zwischen uns ist zu zerstören.
Auch nach dem Essen sagt keiner von uns etwas, bis du dich plötzlich räusperst. Okay, jetzt kommt’s. „Aarre…ich liebe dich über alles!“, flüsterst du. Hast wohl auch Angst etwas kaputtzumachen. Ich würde dir jetzt ja gerne etwas erwidern, aber du hast schon wieder angefangen zu reden: „Und genau deswegen habe ich eine Entscheidung getroffen!“ Du machst schon wieder eine Pause. Willst du mich provozieren?
„Ich…verkaufe das Haus hier und ziehe wieder nach Finnland. Zu dir. Dort hin, wo die Liebe meines Lebens wohnt!“ Jetzt grinst du mich wieder mit deinem zuckersüßen Höyhenlächeln an. Wie ich dich liebe! Und das du das für mich machst…Ich freue mich so. Kann es noch besser werden? Die Antwort ist JA! Langsam kommst du wieder auf mich zu und ziehst mich zu dir. Ziehst mich wieder auf meine Beine und zerrst mich ins Schlafzimmer.
Oh mein Gott! Wie hast du das bitte hinbekommen? Auch hier stehen hunderte Kerzen und mindestens 1.000.000 Rosenblätter [7] liegen im Zimmer verstreut. Ob du das schnell gemacht hast, als du angeblich eben kurz auf der Toilette warst. So was Romantisches habe ich wirklich noch nie erlebt. Wo hast du die ganzen Rosen her? Bzw. was ich noch viel interessanter fände wie viele Rosen hast du hier verarbeitet? Auch egal Aarre! Ich habe doch mit mir selbst ausgemacht, dass ich mich fallen lasse, also sollte ich das auch mal machen!
Vor dem Bett bleibst du stehen, umarmst mich und küsst mich leidenschaftlich. Oh ja, wie sehr ich dich liebe. Zaghaft fährst du mit deiner Zunge über meine Lippen und ich öffne diese. Unser Kuss wird immer leidenschaftlicher. Du stupst mich leicht, so dass ich hinten rüber auf das Bett falle. Du legst dich über mich und siehst mir lange und tief in die Augen. Durch diese Aktion wurde unser Kuss unterbrochen, doch nach diesem durchdringen Blick deinerseits legst du deine Lippen wieder auf meine. So beginnt das Spielchen wieder von vorne. Mit etwas zittrigen Fingern beginnst du mein Hemd aufzuköpfen und löst deine Lippen von meinen. Ich muss leise seufzen. Warum muss immer alles aufhören, wenn es grade am schönsten ist? Mein Hemd ist inzwischen vollkommen aufgeknöpft und du küsst zärtlich meinen Oberkörper. Nicht aufhören Höyhen. Nein, hör am besten NIE wieder auf!














6. Never again yesterday

Allmählich schlage ich meine Augen auf. Die Sonne kitzelt meine Nase. Hach Höyhen, ich liebe dieses Haus! Durch dieses riesige Panoramafenster kann man aus dem Bett heraus auf die Alster blicken. Diese liegt heute Morgen ganz friedlich im Sonnenschein und glitzert vor sich hin. Die Magie liegt immer noch in der Luft. Sacht drehe ich mich um, um dich anzusehen. Du schläfst noch. Behutsam streiche ich dir eine Haarsträhne aus deinem wunderschönen Gesicht. Ich kann es immer noch nicht ganz fassen was wir gestern gemacht haben. Ich gebe dir einen Kuss auf die Stirn. Ich fühle mich immer noch wie betäubt. So, als ob ich immer noch träumen würde. Oder war das gestern Nacht alles nur ein Traum? Aber ich befürchte stark, dass kein Traum so schön sein kann!
Nach ein paar Minuten, die ich dich angesehen habe und mich gefragt habe wie ein einzelner Mensch nur so schön sein kann beschließe ich aufzustehen und aufzuräumen. Gestern sind wir ja nicht mehr dazu gekommen. Überall im Schlafzimmer liegen noch Klamotten rum. Ich schnappe mir schnell eine Shorts und ein Shirt und ziehe mich an. Es ist mir im Moment so egal ob die Sachen dir oder mir gehören. Wir haben in der letzten Nacht so viel geteilt, da kommt es auf ein Shirt auch nicht an…
Nachdem ich alle restlichen Klamotten zusammengelegt habe mach ich mich auf den Weg ins Wohnzimmer. Und mit einem Mal kommt alles wieder hoch. Alle Gefühle von gestern, alle Gedanken, alle Gerüche, alle Geschmäcke und alle Geräusche. Ich setzte mich noch eben hin um noch einmal das alles Revue passieren zulassen. Was gestern alles passiert ist, ich kann es immer noch nicht glauben! Erstmal haben wir unsere Band wiederbelebt, dann haben wir unseren beiden besten Freunden von unserer Beziehung erzählt, dann war das mit dem wunderschönen Candellightdinner, du hast mir erzählt du wolltest wieder nach Finnland ziehen, und dann, dann haben wir zum ersten mal miteinander geschlafen. Ich kann es nicht fassen. Träume ich? So glücklich war ich schon seit so langer Zeit nicht mehr! Und als ich vor zwei Tagen hier am Hamburger Flughafen gelandet bin hätte ich auch nie gedacht, dass diese Geschichte so wunderschöne Verläufe annehmen würde.
Mit einem Seufzen stehe ich wieder auf und mache mich an die Arbeit die ganzen abgebrannten Kerzen zu entsorgen und die Rosenblätter zusammen zu kehren. Die Rosen binde ich zu einem Strauß zusammen und hänge sie in eine Ecke der Küche auf. Ich möchte sie trocknen, da sie zeugen unserer ersten Nacht waren. Als ich grade dabei bin, Kaffee anzusetzen und den Tisch zudecken klingelt es an der Türe. Etwas irritiert schaue ich auf die Uhr. Es ist grade mal halb neun und Sonntag! Wer will jetzt schon was von uns, bzw. von dir. Niemand weiß, dass ich hier wohne außer Medi und Kala. Aber die schlafen wahrscheinlich noch selig, oder frühstücken im Moment mit ihren Familien im Hotelcafé. Etwas verstört öffne ich also die Türe. Ähm ja, was soll das denn jetzt schon wieder? Vor der Türe steht ein Blumenbote und hält mir einen Strauß dunkelroter Rosen vor die Nase. „Sind Sie Aarre?“, fragt mich der junge Mann und ich nicke. „Dann soll ich den hier für Sie abgeben! Auf wieder sehen!“, murmelt er und drückt mir den Strauß in die Hand. Noch verstörter schließe ich die Türe wieder und rieche an den Rosen. Das sind locker 50 Stück. Wow! Ich entdecke eine Karte unter der Folie und friemele sie heraus.
Für die Blumen hole ich eine Vase mit Wasser und stelle sie auf den Tisch. Dann setzte ich den Kaffee an, mich setze ich auf einen Stuhl an dem Tresen und öffne den Umschlag. Die Schrift kenne ich! Es ist deine! In der Karte steht in deiner schwungvollen Schrift geschrieben:
„Hasta la muerte! Schatz ich liebe dich!!! Für immer und noch viel länger!“
Hach wie romantisch! So was kenne ich sonst immer nur aus Büchern und Filmen, aber dass du so bist hätte ich nicht gedacht.
„Morgen!“, murmelt es da neben mir. „Gefallen sie dir?“ Ich springe auf, falle dir um den Hals und begrüße dich: „Guten Morgen mein Engel! Ich liebe sie! Aber dich liebe ich noch viel mehr!“ Ich lasse wieder von dir ab, hole die restlichen Sachen aus der Küche und setze mich wieder dir gegenüber an den Tisch. Schon wieder trinkst du diesen komischen Tee. Ich muss grinsen. „Der hilft wirklich!“, murmele ich und gieße mir was Kaffee ein. Du bist ziemlich verwirrt von meiner Bemerkung. Also deute ich auf deine Tasse und erkläre: „Der Tee! Heiße Liebe: Hat geholfen! Oder warst du schon immer so?“ Jetzt grinst auch du und antwortest mir: „Bin nur so wenn ich jemanden wirklich liebe! Und das tue ich bei dir wirklich sehr stark!“ „Hat man gemerkt!“, merke ich noch einmal an und hole noch den Toast aus dem Toaster.
Schwungvoll setze ich mich auf meinen Stuhl und stelle das Brot auf den Tisch. Ich hab heute so gute Laune! Und das nur wegen dir!!! „Was machen wir heute noch?“, frage ich dich während ich genüsslich mein Brot mümmele. Du scheinst wirklich ernsthaft zu überlegen, doch dann breitet sich auf deinem nachdenklichen Gesicht ein breites Grinsen aus. Okay, ich hab ja wirklich nur drauf gewartet bis du es vorschlägst!
„Okay, machen wir das doch!“, stimme ich dir vor bevor du mir geantwortet hast. Jaja, wir kennen uns halt zu gut!
Nach dem Frühstück machst du die Küche, während ich mich wieder ins Bett verziehe. Ich liebe es Sonntage im Bett zu verbringen. Noch schöner ist es dann ja, wenn jemand wie du neben einem liegt. Nach ein paar Minuten kommst du angeschlurft und legst dich zu mir. Von einer Sekunde auf die andere spüre ich wieder diese wohlige Wärme die von dir ausgeht. Mein Herz, was bis vor ein paar Stunden noch eingefroren war, ist aufgetaut und kann wieder schlagen. Und dabei schlägt es nur für dich.
Gefühlvoll nimmst du mich in den Arm und streichelst über meinen Rücken. Dann nimmst du meine Hand in deine und legst sie dann auf deine Brust. „Es schlägt nur für dich!“, flüsterst du. Warum denken wir eigentlich immer dasselbe? [8]



























7.Lost and found

Die Wolken ziehen schnell an mir vorbei und der Wind fegt um meine Ohren. Es ist kalt und ich fühle mich einsam. Vielleicht kommt es daher, dass ich hier alleine und verlassen – bloß ein paar Vögel leisten mir Gesellschaft – an einem See sitze. Viel wahrscheinlicher halte ich es aber, dass es daher kommt, da ich mein Leben verloren habe. Da ich dich verloren habe.

*FLAH BACK*

„Ich freu mich so, dass wie jetzt endlich zusammen wohnen! Das alles hat ja doch besser geklappt als ich dachte!“, rufst du erfreut und hüpfst durch meine Wohnung. Mein Loft im Hafen Helsinkis. Entschuldigung. Du hüpfst natürlich durch UNSER Loft. Seit dem heutigen Tag gehört es uns beiden.
Ich stelle grade die letzte Kiste im Wohnzimmer auf den Boden, da schlingen sich zwei starke Arme um meine Hüfte. „Ich liebe dich mein Schatz! Jetzt können wir ein neues Leben anfangen!“, flüsterst du mir ins Ohr und küsst meinen Hals.

*FLASH BACK END*

Der See vor mir ist eingefroren und ich glaube auch mein Herz ist das wieder. Warum musste das auch alles so passieren? Ich liebe dich doch, verdammt! Was mich aber total verwirrt: wie hat Tähti mich gefunden, und warum lebt sie noch. Ich dacht immer ich wäre der einzige gewesen, der überlebt hat. Okay, niemand hat jemals von Tähti geredet im Krankenhaus, aber trotzdem. Warum muss grade mir immer so was passieren? Grade wenn alles perfekt zu sein scheint falle ich in ein tiefes schwarzes Loch und keiner hilft mir da raus. Doch langsam verliere ich die Kraft dagegen anzukämpfen. Ohne dich kann ich und will ich nicht mehr leben!

*FLASH BACK*

„Wie konntest du mir das nur antun?“, schreist du mich an. Ich dir antun? Ich habe doch gar nichts gemacht! Okay, für dich mag das vielleicht so aussehen, aber es ist doch nicht wahr. Wie kannst du nur so was von mir denken?
Total verwirrt stehe ich in der Mitte der Wohnung und starre geistesabwesend an die Stelle, an der du grade noch standest. Doch nun bist du auf den Balkon gerannt. Wir haben bald Weihnachten, es hat geschneit und es friert noch immer. Finnland halt. Du holst dir noch den Tod, wenn du nicht bald wieder rein kommst.

*FLACH BACK END*

Wie konnte das alles nur kaputt gehen? Wieso hat sich Tähti erst jetzt wieder bei mir gemeldet? Ich dachte sie wäre tot! Ich bin sechs Jahre durch die reinste Hölle gewandert nur wegen ihr, und jetzt? Grade wo ich wieder glücklich bin kommt sie an und macht alles kaputt! Warum grade sie? Ich habe die doch einmal geliebt! Ich hatte ein Kind mit ihr, und jetzt tut sie mir so was an? Okay, sie wusste nichts von dir und mir, aber sie muss sich doch auch Gedanken über MEINE Gefühle gemacht haben. Sechs Jahre ist eine lange Zeit!

*FLACH BACK*

„Was…was machst du hier?“, frage ich leise. Bin verwirrt von der gesamten Situation. Tähti kommt einen Schritt auf mich zu, will mich noch einmal küssen, doch ich weiche ihr aus. Ich liebe sie nicht mehr. Doch das scheint sie nicht wahrzunehmen.
„Ich wollte meinen Ehemann besuchen. Ich hab dich vermisst Schatz!“, säuselt sie mit zu. Jetzt werde ich richtig wütend. „Dir war es sechs Jahre lang egal wie es mir geht, was ich mache oder wo ich bin! Ich liebe dich nicht mehr Tähti! Ich habe mich in jemand anderes verliebt! Du hast mich im Stich gelassen! Ich will die Scheidung!“

*FLAH BACK END*

Eine Träne rinnt meine Wange hinunter und tropft in den weißen Pulverschnee. Ich habe dich verloren. Du glaubst ich hätte dich belogen und meintest du könntest mir nicht mehr so vertrauen. Vor ein paar Tagen war es doch noch so schön! Und jetzt? In zwei Wochen ist Weihnachten. Das Fest der Liebe. Das ich nicht lache…Fest der Liebe. Grade die hat mir alles zerstört.
Langsam gehe ich wieder zurück zu unserem Loft. Der Hafen ist im Moment so gut wie stillgelegt. Die Ostsee ist halt dick zugefroren. Wie mein Herz. Still gelegt bis die Sonne wieder genug Kraft besitzt. Bis du vielleicht wieder zur Vernunft kommst.

































8. Rainy days are yours to keep

“Wie konnte ich dich nur gehen lassen? Ich liebe dich doch! Wie konnte ich nur so was von dir denken! Ich weiß doch, dass du mich auch liebst! Ich will dich nie wieder verlieren! Ich brauche dich Aarre!“, flüsterst du mir ins Ohr und gibst mir einen Kuss auf meine Haare. Ich liege mit dir zusammen vor dem Kamin auf unserem Sofa in UNSERER Wohnung bei dir in den Armen. Unkontrollierbar muss ich grinsen. Ich bin so froh dass ich dich wieder habe. Jetzt will ich dich nie wieder gehen lassen! Das Eis der Ostsee schmilzt langsam. Genauso wie das Eis um mein Herz herum. Plötzlich zerreißt ein Donnergrollen und ein Blitz die romantische Stille.

Schweißgebadet wache ich auf und sehe sofort zur anderen Bettseite. Sie ist leer. Das Zimmer ist dunkel. Nur die immer wieder aufleuchtenden Blitze und der Vollmond erhellen den Raum. Durch den Schlaf fühle ich mich wie betäubt und ich muss erstmal realisieren was hier überhaupt los ist. Da fällt mir die ganze Geschichte wieder ein. Dass du mich verlassen hast. Dass Tähti wieder aufgetaucht ist, und dass ich unsere Scheidung angekündigt habe.
Und jetzt, jetzt bin ich alleine. Mein Herz ist immer noch eingefroren und auch im Hafen stapeln sich die Eisschichten. Werde ich dich je wieder umarmen dürfen? Werde ich dich je wieder küssen dürfen? Und, darf ich dich je wieder lieben so wie in dieser einen Nacht? So wie in UNSERER Nacht???
Doch eins ist sicher! Ich werde um dich kämpfen! Das ist do eine Weißheit, die mir meine Oma früher schon immer eingeflößt hat. „Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren!“, flüstere ich in die Dunkelheit die mich umgibt. Eine weitere Träne rinnt über mein Gesicht und fällt auf dein Kissen was unberührt und leer neben mir liegt. Ich vermisse dich so sehr, dass es in meinem Herzen zieht.
Der Schmerz ist mir so vertraut und doch hatte ich ihn so gut zu vergessen versucht. Und ich hatte es geschafft. Mein Vater hatte schon Recht wenn er sagte Frauen würden nur Schmerz und Trauer bringen. Männer könnten nicht mit aber erstrecht nicht ohne Frauen leben. Ich konnte es. Ich konnte ohne Tähti leben, aber ohne dich kann ich es nicht! Ich würde alles für dich tun! Ob dir das eigentlich bewusst ist? Ich dachte du fühlst wie ich. Ob ich mich da auch getäuscht habe?
1000 Fragen drehen sich grade nur um dich. 1000 Fragen quälen mich. Schweißperlen stehen mir auf der Stirn und doch ist mir kalt. Warum bin ich eigentlich aufgewacht? Wegen des Traums sicher nicht. Der war zu schön! Nachdem ich meine Bettdecke bis zu meinem Kinn hochgezogen habe fällt mein Blick abermals auf das Fenster. Es ist offen. Die Vorhänge flattern im Wind, Blitze zucken über den Himmel und Regen prasselt auf die Erde und in mein Schlafzimmer.
Wo du jetzt wohl grade bist und was du grade machst? Bevor noch die ganze Wohnung überflutet ist, stehe ich lieber auf und schließe das Fenster.

*Rrrrrrrrrrrrrrrring*

Grade als ein heller Blitz über den Himmel zieht klingelt es an der Türe. Wer kann das bitte sein? Wer ist so bescheuert und stellt sich mitten in der Nacht im Regen vor meiner Tür und klingelt Sturm? Derjenige braucht echt einen guten Psychologen! Schnell schnappe ich mir meinen Morgenmantel und ziehe ihn mir an.
Dann schlurfe ich zur Haustür und öffne diese. Doch im gleichen Moment möchte ich sie lieber wieder zuschlagen.


9.Thunder in my heart

„Was machst du hier?“, begrüße ich sie. Sie steht vor mir und sieht mich mit so einem Blick an wie ein ausgesetzter Hund einen ansieht. „Ich…ich wollte mit dir reden!“, antwortet Tähti mir. Sie zittert schon am ganzen Körper und der Regen rinnt in Strömen über ihre Kleidung. Sie muss eigentlich schon bis auf die Knochen nass sein, aber ich mache immer noch keine Anstalten sie rein zulassen. Sie hat mir mein Leben zerstört, warum sollte ich mich dann noch um sie kümmern?
Doch dann übertrifft mein Mitleid meine Rachepläne und ich lasse sie doch eintreten. Ich weiß auch nicht was mich geritten hat, aber ich hole ihr sogar noch ein Handtuch zum abtrocknen und Kaffee zum aufwärmen. Dankend nimmt sie das Handtuch und die Tasse an und setzt sich in den kuscheligen Sessel vor dem Kamin. In ihm brennt noch ein Feuer, wie immer im Winter. Hier in Finnland ist der Winter halt sehr kalt und die Kaminflamme beruhigt mich doch sehr! Pure Romantik in meinen Augen.
„Also, über was wolltest du jetzt mit mir reden? Ich persönlich habe schon alles gesagt!“, fange ich etwas patzig ein Gespräch an. Ihr Zittern hat schon etwas aufgehört und sie antwortet mir: „Du warst mit ihm zusammen, oder?“ Ich nicke und trinke einen Schluck aus meiner Kaffeetasse. „Das wusste ich nicht“, spricht sie weiter. „Du dachtest wahrscheinlich ich sei tot. Ich weiß auch, dass es nicht gut war dich sechs Jahre lang im Ungewissen zu lassen, aber ich konnte nicht anders. Ich fühlte mich so schuldig und sah keinen anderen Ausweg als zu flüchten. Als ich in der Zeitung jetzt sah, dass ihr wieder Musik macht, da wollte ich dich unbedingt wieder sehen. Ich hatte solche Sehnsucht nach dir! Sie war so stark, dass ich gar nicht mehr an deine Gefühle gedacht habe. Ich dachte nicht daran, dass du ja auch weiter gelebt hast.“ Ihre Stimme wird immer leiser. Ich kann sie irgendwie verstehen, aber sie hat mir so viel angetan. Auch wenn es vielleicht nicht absichtlich war.
„Ich weiß, dass ich dir sehr viel Schlimmes angetan habe. Soeben hatte ich genug Zeit mir Gedanken zu machen und ich habe mir überlegt wie ich dir helfen könnte. Höyhen kenn ich jetzt schon lang genug und ich denke mal wenn ich mit ihm rede wird er sich das alles noch mal durch den Kopf gehen lassen.“
Mein Gott, wieso redet Tähti heute so viel? Was ist mit ihr kaputt? Sonst war sie eher…anders! Naja, ich hab mich ja auch ein wenig [9] verändert. Jeder verändert sich mit der Zeit. Egal, zurück zu meinem Problem. Sie will mit dir reden. Ob das hilft? Ich kenne dich jetzt schon sehr lange, aber in dieser Beziehung kann ich dich nicht wirklich einschätzen. Hatte halt noch nie zuvor eine Beziehung mit dir, und als du noch mit Sisar zusammen warst, warst du wirklich anders. Nicht so romantisch, nicht ganz so einfühlsam, nicht wie MEIN Höyhen. „Was sagst du?“, fragt Tähti mich und nimmt noch einen Schluck Kaffee. Langsam nicke ich und antworte ihr: „Versuchen kann man es ja mal. Vielleicht hilft es ja!“
Jetzt grinst mich Tähti breit an und bittet mich ihr alles zu erzählen. Wir reden noch wahnsinnig lange über Gott und die Welt, aber vor allem über dich. Und am Ende legen wir sogar noch unsere Scheidung fest. „So einer großartigen Liebe will ich nicht im Weg stehen!“ Mit diesem Satz willigt sie in die Scheidung vorab schon einmal ein und wir beschließen gleich morgen zu meinem Anwalt zu gehen. Der regelt dann alles. Ich hoffe ja, dass das noch etwas bringt. Was nützt es schon, wenn ich mich scheiden lasse und mein Traumpartner nichts mehr von mir wissen will?
Ein Donnergrollen lässt mich etwas aufschrecken. Es regnet immer noch und das Gewitter ist eher schlimmer geworden. Wo bist du jetzt wohl grade? Eine Wohnung hier in Helsinki hast du ja nicht mehr. Hast ja bei mir gewohnt. Ein Blick auf mein Handy verrät mir, dass es schon vier Uhr ist. Haben wir wirklich mehr als zwei Stunden miteinander geredet? Oh, ich habe eine SMS bekommen. Schon vor sechs Stunden. Schnell öffne ich sie und lese sie.

‚Höyhen ist bei mir! Was ist passiert? Er sagt die ganze Zeit nur er liebe dich immer noch, er will aber nicht zu dir zurück. LG Medi’

„Er liebt mich immer noch“, platzt es aus mir heraus und Tähti grinst mich an. Sie stellt ihre Tasse auf den Tisch und schaut aus dem Fenster. Ihre Miene verfinstert sich. „Willst du heute hier bleiben? Bei dem Regen holst du dir noch den Tod!“, frage ich sie, wobei mein Tonfall eigentlich keinen Widerspruch zulässt. Sie nickt und setzt sich auf die Couch. Ich bringe ihr noch eine Decke und Kissen und gehe dann auch schlafen. Ich bin ja echt mal gespannt was der morgige Tag bringt. Ich hoffe nur das Beste! Ich vermisse dich so schrecklich!









































10.Before it all ends

Jetzt sitze ich hier schon wieder. Ich weiß nicht wie lange ich hier schon sitze, es ist aber auf jeden Fall schon dunkel geworden und 1000de von Sternen stehen am Himmel. Von meinem Sitzplatz kann ich sie gut sehen. Vor mir der lodernde Kamin, neben mir eine große Tasse Kaffee und schräg über mir der Sternenhimmel. Jetzt würdest nur noch du fehlen um diese fast perfekte Situation perfekt zu machen. Oh man, ich denk schon wieder nur an dich. Seit mehr als einer Woche tue ich nichts anderes.
Genau so lange bist du auch schon nicht mehr hier gewesen. Ich vermisse dich so unbeschreiblich. In dieser Zeit habe ich auch schon ein paar SMS von Medi bekommen, die mich auf dem Laufenden halten sollten wie es dir geht und so weiter… Naja, diese Dinger haben sie auch nicht gelindert. Also die Sehnsucht meine ich jetzt. Tähti müsste eigentlich schon lange mit dir geredet haben. Sollte ich es wirklich im Gefühl gehabt haben, dass du nicht auf sie hörst? Oder brauchst du einfach nur Zeit um alles durch deinen Kopf gehen zu lassen?
Du warst schon immer so. Entscheidungen fielen dir immer schon schwer. Besonders wenn es um Sachen ging, die dir was bedeuteten. Und daran zweifele ich jetzt mal nicht, dass ich dir was bedeute. Das war zu eindeutig…
Bei jedem noch so leisesten Geräusch schrecke ich aus meiner Trance auf und starre zur Türe. Hoffe dass du durch sie schreitest, mir sagst wie sehr du mich liebst, mich in deine starken Arme nimmst und nie wieder loslässt!
Eine Sternschnuppe rast über den Himmel und eine Träne von mir tropft auf ein Sofakissen. Mein größter Wunsch ist es jetzt dich wieder zusehnen. Mehr möchte ich nicht. Aber möchte man nicht immer das, was man NIE haben kann? Oh, mein Telefon klingelt. Schnell stehe ich auf und nehme ab. „Hallo?“, melde ich mich und bin gespannt wer um diese Uhrzeit noch was von mir will. „Hallo Aarre!“, kommt es von der anderen Seite. „Du, Höyhen ist weg! Ohne einen Mucks ist er gegangen und hat all seine Sachen mitgenommen. Weißt du wo er sein könnte?“ Nein, ich weiß es nicht. Früher wusste ich immer was du dachtest, doch jetzt weiß ich gar nichts mehr. Ich spreche noch kurz mit Medi und lege dann auf. Denk noch ein wenig nach wo du sein könntest. Diese Stadt ist ja nicht all zu klein, aber an sooo vielen Stellen würde ich dich wirklich nicht vermuten.
Und grade als ich schlafen gehen will höre ich ein lautes Geräusch. Ein Schlüssel wird im Schloss der Haustüre umgedreht und leise knarrend geht sie auf. Langsam drehe ich meinen Kopf zur Türe und falle fast von dem Sofa. Ich kann es nicht glauben. „Bist du es wirklich?“, frage ich leise. Du nickst nur und kommst weiter auf mich zu. Ungeduldig stehe ich auf und falle dir in die Arme. Du bist es wirklich. Zu meiner Überraschung schlingst du deine Arme auch um mich. Ich dachte schon ich hätte dich für immer verloren.
„Tähti hat mit mir geredet. Ich glaube ihr. Aber nur, weil ich immer noch Glauben zu dir habe! Es war echt saublöde wie ich reagiert habe. Das hat mir Medi auch klargemacht! Ich liebe dich über alles mein Schatz!“, flüsterst du mir ins Ohr und gibst mir einen Kuss. „Ich hab dich so vermisst Höyhen! Lass mich bitte nie wieder alleine!“, flüstere ich dir entgegen und küsse dich ein weiteres Mal.
Nach unserem Kuss setzen wir uns nebeneinander auf das Sofa. Einen Arm legst du um meine Schultern und ich kuschele mich an deine Brust. Du riechst so gut! Das bist einfach du! Hugo Boss, Kaffee, und dieser leichte Pfefferminz-Cassis Geruch. Ich liebe es. Nein, ich liebe dich! Ein breites Grinsen breitet sich auf meinem Gesicht aus, und als ich zu dir hoch sehe, sehe ich, dass es nicht nur mir so geht.




11. Halt dich an deiner Liebe fest

„Herr Salonen? Guten Tag! Soll ich Ihnen Höyhen geben? Ich denke mal es geht um seine Testergebnisse.“ „Ja, um genau die geht es!“, antwortet mir dein Arzt und ich gebe dir den Apparat. Nach ein paar ‚Ja’s und ‚Mh’s verschwindet plötzlich dein Lächeln aus deinem Gesicht. Nach einer weiteren Minute legst du den Hörer wortlos auf den Apparat zurück und setzt dich erst mal auf unser Sofa. Was ist denn jetzt passiert? Irgendwas Schlimmes muss passiert sein. Stillschweigend setzte ich mich neben dich und warte ab bis du etwas sagst.
Die Zeit entscheiden lassen, dass hat schon einige Male funktioniert, und dieses Mal funktioniert es anscheinend auch.
Plötzlich rinnt eine einsame Träne dein wunderhübsches Gesicht nieder. Danach fängst du an zu sprechen, doch mehr als ein heiseres Flüstern ist es nicht: „Aarre, ich liebe dich über alles! Vergiss das bitte NIE, egal was passiert, ja?“ Ich nicke nur und starre dich weiterhin an. Die Angst in mir drin wird immer stärker. Ich ahne schon was jetzt kommt. „Ich…ich hab…In meinem Hirn…ist etwas…etwas was da…nicht…nicht hingehört!“, stotterst du weiter. Ich wusste es! Es ist etwas Schlimmes!
Du brichst nun endgültig in Tränen aus. Ich nehme dich in den Arm, weiß plötzlich dass es jetzt vollkommen in Ordnung ist. Und obwohl grade meine Welt in 1000 Teile zerbrochen ist bleibe ich erstaunlich ruhig. An unsere Zukunft denke ich überhaupt nicht mehr. Ich versuche nur das zu tun, was jetzt grade in diesem Moment richtig ist. Fast so wie in Situationen in denen es um Leben und Tod geht. Also, wenn man vor der Frage steht ob man jemandem das Leben rettet, so reagiere ich auch grade jetzt.
Nach ungefähr einer Stunde hast du dich wieder halbwegs beruhigt und siehst mir mit deinen roten und angeschwollenen Augen und deinem herzerweichendsten Blick in meine Augen. Deine Augen, sie wirken wie Ozeane. Grüne Ozeane. Und ich glaube all deine Geheimnisse, all deine tiefsten Sehnsüchte in ihnen erkennen zu können. In diesem Moment legt sich mir alles offen. Es ist doch echt Wahnsinn, dass meist solch furchtbaren Situationen einander näher bringen [10]!
„Und was machen wir jetzt?“, fragst du mich, wobei deine Stimme immer noch zittert. „Jetzt koche ich erst mal was für uns, und morgen sehen wir dann weiter! Dann informieren wir uns mal über deine Krankheit. Aber heute Abend genießen wir einfach noch mal unser Leben, so als ob gar nichts wär, okay?“, antworte ich dir und du nickst. Okay, leichter gesagt als getan, aber ich versuche wirklich jeden Augenblick zu genießen. Sozusagen als Schutzschild noch mal ein wunderschöner und romantischer Tag, bevor der wahrscheinlich wahnsinnig harte Kampf losgeht. Als ich die Küche betrete und unsere Schränke durchwühle merke ich, dass wir gar nichts Essbares mehr im Haus haben. Das heißt für mich noch mal eben schnell einkaufen gehen.
Ich lasse dich zwar nicht gerne alleine, aber du willst nicht mitkommen. Brauchst deine Ruhe, sagst du. Deinen Wunsch respektiere ich und mache mich schnell auf den Weg. Es ist schon spät und in Helsinki ist es schon dunkel, doch die Geschäfte haben immer noch geöffnet. Deswegen liebe ich Finnland auch so sehr. Hier sind die Geschäfte viel länger geöffnet als z.B. in Deutschland. Damit bin ich früher nie zu Recht gekommen. Ich war noch zu sehr auf finnische Verhältnisse eingestellt…
Der Weg bis zum nächsten Supermarkt ist nicht weit und der Einkauf geht auch schnell. Ich habe mich entschlossen nur ein schnelles Gericht zu machen. Curryreis. Geht schnell, schmeckt gut und man muss nachher nicht so viel spülen. Wie ein Wahnsinniger renne ich durch den Supermarkt, darauf bedacht, dass mich keiner erkennt und anspricht. Dafür habe ich heute wirklich keine Nerven, obwohl mir unsere Fans sehr am Herzen liegen, manchmal möchte ich auch nur ein ganz normaler Mensch sein und auch so behandelt werden!
Plötzlich zieht ein stechender Schmerz durch meinen Kopf. Ich habe sonst nie Kopfschmerzen, ob etwas mit dir ist? Jetzt beeile ich mich noch mehr und bin in einer Rekordzeit wieder zu Hause. Schon als ich die Türe aufschließe sehe ich dich am Boden liegen. Deine Augen sind geschlossen und ich glaube nicht, dass du freiwillig da liegst und schläfst…














































12. Man in the street

„Guten Abend Herr Salonen! Wie geht es Höyhen? Was hat er? Wird er es überstehen?“, frage ich deinen Hausarzt, der sofort ins Krankenhaus gekommen ist, als ihn der Chefarzt des Krankenhauses angerufen hat, um ihn über deine Krankheit zu befragen. Herr Salonen ist ein guter Arzt, und ein noch besserer Mensch. Ein leichtes Grinsen breitet sich auf seinem Gesicht aus und er antwortet mir: „Mit einer Sicherheit von 89% wird er es überstehen. Er hatte einen Nervenzusammenbruch wodurch er einen Kreislaufzusammenbruch hatte. Aber wer hätte auch gedacht, dass seine permanenten [11] Kopfschmerzen so einen furchtbaren Grund haben? Ich nehme mal an, dass Sie ihn aber unterstützen werden!? Wie ich gehört habe sind Sie beiden jetzt zusammen!?“ Langsam nicke ich und muss grinsen. Das spricht sich ja rum wie ein Lauffeuer. Aber er ist unser Arzt, und ein Freund der Familie, kann man sagen. Er akzeptiert uns, das weiß ich.
Ich bin wirklich sehr erleichtert, dass du diesen Anfall überstehen wirst. Den romantischen Abend können wir jetzt zwar vergessen, aber immerhin lebst du noch. „Sie können jetzt zu ihm gehen. Ich werde jetzt auch wieder nach Hause fahren. Wenn noch was ist, dann lassen Sie mich anrufen. Ich komme dann so schnell es geht! Gute Nacht! Ach, und Höyhen kann wahrscheinlich übermorgen schon wieder nach Hause. Morgen muss er nur noch einmal durchgecheckt werden. Die Untersuchungen hätte er aber eh noch machen müssen. Ich komme morgen noch mal vorbei! Heihei!“, erklärt er mir alles und verschwindet dann in der Dunkelheit des Krakenhauses.
Etwas zögernd greife ich nach der Türklinke deines Zimmers. Weiß nicht, was mich hinter dieser Türe erwartet. Als ich das Zimmer betrete und mein Blick durch es schweift bleibt er sofort an diesem Krankenhausbett kleben. Du siehst irgendwie so verloren aus in diesem großen Bett. Habe ich auch so ausgesehen, als ich dieses Problem mit meinem Herzen hatte? Und wenn ja, wie hat Tähti das überstanden? Ich hätte auch gerne so viel Kraft wie sie, aber diese habe ich leider nicht, und so rinnt mir eine einzelne Träne über mein Gesicht. Am Ende ihres Weges tropft sie auf deine Bettdecke. Dort hinterlässt sie einen dunklen Fleck. In dem Moment, in dem meine Träne auf deine Bettdecke getropft ist schlägst du langsam deine Augen wieder auf und blinzelst mich an.
Im Raum ist es recht dunkel. Das einzige Licht was den Raum erhellt kommt von einer kleinen Nachttischlampe, den Sternen und dem Mond.
Durch dieses Licht wirkst du noch um ein Vielfaches hübscher. „Aarre, wo bin ich? Was mache ich hier? Ich bin so durstig!“, krächzt du. Du hörst dich so an, als hättest du schon eine halbe Ewigkeit nicht mehr gesprochen. Bevor ich dir antworte muss ich noch einmal tief Luft holen, sonst würde ich wahrscheinlich richtig anfangen zu weinen. „Du bist im Krankenhaus, weil du einen Nervenzusammenbruch hattest worauf ein Kreislaufzusammenbruch gefolgt ist, mein Schatz. Ich wollte nur schnell einkaufen, damit ich für uns beide heute Abend kochen kann. Als ich dann wieder zu Hause war habe ich dich gefunden. Auf dem Boden liegend. Ich habe sofort den Notarzt angerufen. Ja, und jetzt bist du hier.“ Ich trete ein Stückchen näher an dich heran und gebe dir ein Glas mit Wasser. Du nimmst es dankend an und trinkst es recht hastig aus. Danach beginnst du wieder leise zu sprechen: „Gehst…gehst du jetzt wieder…nach…nach Hause?“ Oh mein Gott wie kannst du nur so etwas von mir denken? „Nein“, antworte ich dir geschockt, „ich werde immer für dich da sein mein Schatz! Egal was ist!“ Erst jetzt fällt mir so richtig auf, dass ich dich noch nie ‚mein Schatz’ genannt habe. Auch dir ist das aufgefallen und du grinst mich an. „Dann komm her!“, forderst du mich auf und hebst deine Bettdecke an. Ohne groß zu überlegen ziehe ich meine Jacke und meine Schuhe aus und lege mich zu dir ins Bett. Ich glaube du brauchst mich im Moment nah an deiner Seite.
Also kuschele ich mich an dich und versuche dir das Gefühl von Schutz zu geben. Das würde ich nämlich brauchen, wenn ich in deiner Situation wäre.
Was mir im Moment auch klar wird, was alle Leute damit meinen, wenn sie die Liebe ihres Lebens beschreiben. Alle beschreiben es so, dass sie für den Partner ihres Lebens alles aufgeben würden. Bei Tähti habe ich mich oft gefragt, ob ich auch für sie sterben würde, aber nie konnte ich diese Frage richtig mit einem klaren JA beantworten. Doch jetzt, bei dir, da kann ich es! So sicher war ich mir noch nie in meinem gesamten Leben!!!














































13.Open my eyes

Leichtes prasseln an der anderen Seite der Fensterscheibe lässt mich aufwachen. Nach einer kurzen Phase der Benommenheit, die der Schlaf bei mir ausgelöst hat, erkenne ich erst wo ich bin. Neben mir liegst du und schläft noch friedlich. Durch deinen Tumor bist du schon sichtbar geschwächt worden. Du hast gestern schon die ersten Medikamente bekommen. Alles harmloses Zeug, aber in recht hohen Dosierungen. Im Moment wünsche ich mir wirklich alles vergessen zu können. Wieder ein ganz normales Leben führen zu können.
„Fröhliche Weihnachten mein Engel!“, flüsterst du zu mir. Weihnachten? Das hatte ich bei all dem Stress ganz vergessen. Heute ist ja wirklich Weihnachten! Das Fest der Liebe.
„Fröhliche Weihnachten!“, flüstere ich dir zurück, starre dabei immer noch aus dem Fenster. Der Regen hat sich schon etwas gelegt und die Wassertropfen, die sich an den Dächern und Vorsprüngen der Häuser gesammelt haben sind zu Eiszapfen geworden. Ja, wir haben Weihnachten!!! Plötzlich öffnet sich die Türe und eine Krankenschwester mit einem Oberarzt betritt das Zimmer. „Fröhliche Weihnachten ihr beiden!“, begrüßt uns der Arzt, der uns auch schon recht gut kennt. Wir waren halt schon oft genug hier. Während ich aus dem Bett steige grinse ich etwas verlegen. Sonst ist mir so was ja eher nicht peinlich, aber in diesem Fall ist das irgendwie anders. Im Moment ist sowieso alles anders!
Dir aber scheint das alles nichts auszumachen. Ganz locker begrüßt du die Schwester, die neu zu sein scheint, und den Arzt, Herr Dr. Johnson.
„Bist du denn bereit für deine Untersuchungen Höyhen?“, fragt dich Herr Johnson ganz freundlich, und sieht sich deine Krankenakte noch einmal an. Heftig nickst du und siehst dann zu mir: „Kann Aarre mitkommen? Heute ist doch Weihnachten und da möchte ich ihn gerne bei mir haben!“ Dr. Johnson nickt kurz und gibt dann zur Antwort: „Klar doch! Ich will dieses junge Glück ja nicht zerstören! Du bist aber eh erst heute Nachmittag dran! Wir konnten dich leider nicht früher dazwischen schieben.“ Während des ersten Satzes kneift er dir ein Auge. Schon wieder einer. Haben die hier so ein Infoposter hängen? So nach dem Motto „Vorsicht beim Betreten des Zimmers Nr. 114. Patient Höyhen hat einen Freund (Aarre)!“ Und Nach der Begrüßung heute Morgen kommt wohl noch hinzu „Vor dem Betreten des Zimmer extra lange vor der Türe warten!“…
Nach ein paar Minuten, in denen wir und noch unterhalten haben gehen die beiden wieder. Dr. Johnson war auch mein behandelnder Arzt, und wird jetzt bei deiner OP, und bei der noch unwahrscheinlichen Chemotherapie dein behandelnder Arzt sein. Darüber bin ich wirklich sehr froh! Zu ihm habe ich Vertrauen. Mehr als zu jedem anderen Arzt! „Was machen wir jetzt noch bis heute Mittag?“, fragst du mich sichtlich geschwächt. Wie kannst du nur so geschwächt sein? Du hast jetzt so lange geschlafen, hast nur gelegen, so kenn ich dich gar nicht! So wollte ich dich auch nie kennen lernen. Du warst immer der starke von uns beiden, jetzt muss ich das sein! Aber für dich bin ich das doch gerne. Für dich nehme ich gerne alle Stärke zusammen.
„Ich würde sagen“, schlage ich vor, „wir schlafen noch ne Runde! Du wirkst müde.“ Zufrieden grinst du mich an und schließt deine Augen. Reflexartig nehme ich deine Hand in meine. Ich sitze vor deinem Bett und seh dir zu, wie du in Frieden schläfst. Müde bin ich überhaupt nich, deswegen hast du dein Bett ganz für dich! Nach nur einer Minute bist du in einem tiefen Schlaf versunken. Der Griff deiner Hand wird immer lockerer, bis du mich schließlich ganz loslässt. Ich besorge mir jetzt erstmal einen Kaffee. Den brauchen meine Nerven um das alles auszuhalten. Dann informiere ich noch die anderen von der ganzen Misere hier! Und das heute! Na dann, fröhliche Weinachten!
Mein erster Weg führt mich in die Cafeteria Kaffee holen. Mein zweiter lässt mich ein Telefon suchen. Nach kurzer Zeit habe ich sogar eins gefunden. Man bin ich gut! Hätte auch Detektiv werden können. Zum Glück kann ich die ganzen Telefonnummern auswendig. Ein Handy ist hier ja verboten, und nach draußen gehen und von dort aus telefonieren fällt mir auch im Traum nicht ein! Das ist viel zu kalt! Ich meine, es hat gefroren die Nacht, und im Moment schneit es wieder…Scheiß Winter! Als erstes rufe ich Kala an. Dieser ist total geschockt, so wie wir alle. Kala verspricht mir die anderen alle zu informieren. Ich habe es irgendwie im Gefühl, dass ich nich mehr viel Zeit für meine Telefonate habe.
Als nächstes rufe ich Sisar an. Auch wenn ihr nicht mehr verheiratet seid habt ihr ein Kind zusammen. Tarja braucht ihren Vater und hat ein Recht darauf zu wissen wo du im Moment bist, und wie es dir geht! Möglichst schonend versuche ich es Sisar beizubringen, aber natürlich ist sie auch total perplex. Nach diesem letzten Gespräch mache ich mich wieder auf den Weg zurück zu dir. Auf dem Gang spricht mich die nette Krankenschwester von soeben an. Sie scheint noch recht jung zu sein. Ich würde mal schätzen höchstens 25. Sie ist hübsch, hat längeres schwarzes Haar, das sie zu einer wirklich schönen Frisur hochgesteckt hat, blaue Augen und ein wirklich nettes Lächeln. „Entschuldigen Sie. Sie sind doch Aarre, der Drummer von DIE 4, oder?“, fragt sie mich etwas scheu. Ich bleibe stehen und lächle die junge Frau an. „Ja, der bin ich!“, antworte ich ihr. Irgendwie erinnert sie mich an meine Tochter. So habe ich sie mir immer vorgestellt, wäre sie älter geworden. Wir erzählen noch etwas und ich erfahre, dass ihre Schwester ein Fan von uns ist. Ich gebe ihr also ein Autogramm für ihre Schwester mit und verschwinde dann wirklich hinter deiner Zimmertüre.
Zum Glück bist du noch nicht aufgewacht. Ich habe dir ja versprochen bei dir zu bleiben, und auf dich aufzupassen. Kaum sitze ich und halte deine Hand, da schlägst du wieder deine Augen auf. Nach ein paar mal blinzeln bittest du mich: „Kommst du wieder zu mir? Bitteeee“ Du weißt doch haargenau, dass ich deinem Dackelblick NICHT widerstehen kann! Also krieche ich zu dir unter die Decke. Sofort beruhigt sich dein Zustand, der soeben noch recht unruhig war. Das ich so eine Wirkung auf dich habe erfüllt mich ja schon irgendwie mit Stolz. Es tut gut zu wissen, dass man gebraucht wird.
„Ich hole uns eben frische Sachen. Wenn du morgen entlassen wirst, willst du ja bestimmt nicht in diesen Sachen vor die Türe gehen, oder?“, beschließe ich und lasse eine Antwort von dir einfach gar nicht zu.
Ca. eine Stunde später stehe ich schon wieder zu Hause in meinen eigenen vier Wänden und schmeiße Sachen in einen Koffer. Wirklich gut fühle ich mich allerdings nicht. Ich habe dich alleine gelassen, auch wenn es nötig war…




















14. Falling out of the world you belong in

So schnell ich nur kann fahre ich zurück zum Krankenhaus. Habe kein gutes Gefühl und werde fast in ein paar Unfälle verwickelt. Ich weiß nicht was es für ein Gefühl ist, das in mir aufkeimt, auf jeden Fall ist es grausam! Auf deiner Station scheint das pure Chaos ausgebrochen zu sein. Was ist hier los? Ich beschleunige meinen Schritt noch etwas und muss zusehen, wie jede Menge Ärzte und Krankenschwestern in dein Zimmer und wieder raus rennen. Meine Stimmung trübt sich noch ein Stückchen mehr. Vorsichtig betrete ich dein Zimmer und bekomme einen riesigen Schock. Du bist an 100te Maschinen angeschlossen, ein paar Ärzte stehen um dein Bett herum und reden etwas in ihrem Ärztechinesisch. Einige sehen dich auch nur hilflos, verzweifelt oder mitleidig an. Plötzlich bemerkt mich eine Krankenschwester und schiebt mich wieder auf den Flur. Jetzt habe ich dich nur für ein paar Minuten alleine gelassen, da passiert so etwas mit dir.
Ich bin verzweifelt, am Boden zerstört! „Fröhliche Weihnachten Aarre! Jetzt warst du nicht da, als Höyhen dich brauchte…“, sage ich mir selbst und muss mich sehr zusammenreißen nicht sofort und auf der Stelle wie ein Schlosshund zu flennen. Als die Schwester von soeben mir erklärt, dass sich dein Zustand drastisch verschlimmert hat, und die Ärzte dich in ein künstliches Koma verlegen mussten kann ich richtig fühlen, wie ich aus meiner Welt gerissen werde, und immer tiefer falle. Ohne Netz und doppelten Boden. Das, was mich immer geschützt hat, der, der mich immer geschützt hat liegt im Koma.
Das Chaos legt sich etwas und die meisten Ärzte verschwinden. Nur Herr Dr. Johnson bleibt im Raum. Dieser kommt auf mich zu und erklärt mir deine Situation genauer. Für meine Ohren hört sich das alles nicht gut an. Und auch für mein herz nicht! „Kann ich bei ihm bleiben?“, frage ich ganz vorsichtig. Dr. Johnson nickt wieder und erklärt weiter: „Klar! Du kannst kommen wann du willst, und so lange bleiben wie du willst! Höyhen braucht dich jetzt! Ach übrigens, Dr. Salonen haben wir schon informiert. Er schaut gleich noch vorbei.“ Kaum hat er es gesagt klopft er mir einmal aufmunternd auf die Schulter und verschwindet dann. Jetzt bin ich wieder alleine. Das Zimmer wirkt jetzt so viel kälter. Der Schnee, der inzwischen gefallen ist, und die Eiszapfen verstärken dieses Bild nur noch! Ich stelle den Stuhl zurück an dein Bett und ergreife deine Hand. Du siehst so friedlich aus. Als ob du in einem wunderschönen Traum gefangen wärst. Oder bin ich der einzige, der hier träumt? Der in einem ganz schlimmen Traum gefangen ist?
„Ich habe soeben deine Tochter angerufen. Sie vermisst dich! Ich soll dir fröhliche Weihnachten von ihr bestellen. Medi und Kala wollen morgen vorbei kommen um zu sehen wie es dir geht. Konntest du nicht noch einen Tag bei Bewusstsein bleiben? Ich wollte dir doch noch so gerne dein Geschenk geben! Ich geb es dir trotzdem jetzt. Ich hoffe es gefällt dir!“
Vorsichtig ziehe ich ein kleineres, in Weihnachtspapier eingepacktes Paket aus meiner Tasche. Ich habe mal gelesen, dass es hilft, wenn man mit Komapatienten spricht. Nachdem ich das Papier entfernt habe halte ich eine Dose in der Hand. In ihr befinden sich eine DVD und noch ein kleineres Döschen. Ich schaue mich im Zimmer um, und kann sogar einen DVD-Player entdecken. Zaghaft stehe ich auf und stelle den Fernseher mit dem Player an. Nachdem ich die Disk eingelegt habe setze ich mich wieder zu dir hin und starte den Film.
Habe die Hoffnung, dass du durch die bekannten Stimmen wieder zu Bewusstsein kommst. Die DVD habe ich selber zusammengestellt. Früher hast du wie ein Wahnsinniger alles und jeden gefilmt. Und wenn du mal nicht selber filmen konntest, dann hat das deine Schwester übernommen. Unser aller erster Auftritt ist ebenso auf der DVD wie Teile unserer Abschlussfeier, der ersten Tour, der ersten Welttour, unsern Hochzeiten, die ersten Minuten deiner Tochter hier auf Erden und auch meine Tochter ist in ihren ersten Jahren zu sehen. Das letzte was man sehen kann sind wir beide, wie wir uns nach unsrem ersten Konzert nach der „Wiedervereinigung“ in den Armen liegen. Total erschöpft aber auch total glücklich grinsen wir in die Kamera, während deine Schwester irgendwas über uns beide erzählt. Deine Augen funkeln richtig! Was mir dieser Glanz fehlt!
Nach den drei Stunden Vergangenheit rede ich wieder mit dir. Das kleine schwarze Döschen stell eich auf deinen Nachttisch. Du sollst es selbst auspacken!

Nach einer Zeit klopft es an die Türe. Langsam geht sie auf und Dr. Salonen betritt dein Zimmer. Ohne große Worte setzt er sich zu mir an dein Bett. So bleibt er eine Weile sitzen bevor er das Zimmer wieder verlässt. „Das wird schon wieder! Da bin ich mir sicher!“ „Ich hoffe es!“, flüstere ich ins Leere. Er nickt einmal und flüstert dir noch zu: „Viel Glück Höyhen!“ Dann geht er wieder und ich bin erneut mit dir alleine. Doch ich genieße es! Ich war schon immer gerne mit dir alleine! Schon von Anfang an!
Nach einer Weile, in der ich nur da gesessen und dich angesehen habe beschließe ich noch mal nach Hause zu fahren um noch ein paar deiner persönlichen Sachen zu holen. Vielleicht bringt es ja was.
In unserer Wohnung schnappe ich mir ein paar Bilderrahmen mit Fotos von uns und deiner Familie, deine Lieblingscds, deine Gitarre, ein paar deiner Lieblingsbücher und ein paar Klamotten von dir und mir. Dazu noch meine Kulturtasche, ich weiß ja nicht, wann ich das nächste Mal wieder hier her komme. Dann fahre ich schnell wieder zu dir. Ich will ja nicht, dass noch mehr schlimmes mit dir passiert!































15.Blow him back into my arms

Jetzt sind schon etwa drei Monate vergangen. Jeder Tag lief gleich ab. Morgens hat uns eine Krankenschwester geweckt und hat das Frühstück gebracht. Nachdem ich gefrühstückt mich dann geduscht und angezogen hatte, habe ich mich vor dein Bett gesetzt und habe mit dir erzählt, habe dir aus deinen Lieblingsbüchern vorgelesen, habe mit dir Musik gehört, oder habe noch ein weiteres Mal die DVD laufen lassen. An deinem Zustand hat sich bisher noch nichts verändert, was mir ganz schön zu schaffen macht.
So langsam realisiere ich, dass es sehr gut sein kann, dass ich dich verlieren werde. Dass du nicht mehr aufwachst und ich nie mehr mit dir reden kann. An manchen Tagen ziehen sich die Sekunden zu Stunden, aber manche Tage vergehen auch wie im Flug. Ich schreibe unermüdlich Gedichte oder Songtexte um das alles zu verarbeiten. Um die aufkeimende Trauer zu verarbeiten, damit ich weiterhin für dich stark sein kann. Doch langsam habe ich keine Kraft mehr. Medi und Kala helfen mir schon wo sie nur können, und auch unsere anderen Freunde sind für mich da, wenn ich sie brauche, aber es ist trotzdem nicht dasselbe! Es ist nicht mehr dasselbe Leben, was ich früher mal hatte. Ich habe sogar das Gefühl, dass es nicht mehr mein Leben ist.
Heute ist ein Tag wie jeder andere auch. Ich bin wieder um neun Uhr aufgestanden, habe mich fertig gemacht, und jetzt sitze ich hier an deinem Bett, höre Musik und versuche mich etwas zu entspannen. Dabei halte ich wie immer deine Hand fest in meiner. Ich könnte es mir nicht verzeihen, wenn etwas mit dir passiert, und ich nicht dabei bin. Wenn du wirklich sterben solltest, dann sollst du das wenigstens in meinen Armen! Dieses Mal schaffe ich es wirklich mich zu entspannen und schlafe fast ein. Ich habe schon lange nicht mehr richtig geschlafen, deswegen tut diese Ruhephase mir wirklich gut!
Doch lange dauert sie nicht an, denn ich spüre plötzlich etwas. Erschrocken fahre ich wieder hoch und reiße meine Augen auf. Tatsächlich! Ich kann es kaum glauben. Du hast wirklich deine Hand bewegt, und tust es immer noch. Ein Wunder ist geschehen! Die Ärzte hatten dich eigentlich schon fast aufgegeben, und jetzt bewegst du dich. Wahnsinn. Nach ca. einer Minute des vollen Glücks beginnst du mit den Augen zu zucken und öffnest sie schließlich ganz. Ich bin im Himmel! Du lebst wieder! Schnell drücke ich auf den Knopf, dass eine Krankenschwester kommt. Sie sollen es alle sehen. Du lebst!
Zaghaft lächelst du mich an und versuchst zu sprechen, doch du kannst nur leise krächzen. Ich gebe dir ein Glas Wasser und lasse dich trinken. Du versuchst noch einmal mir etwas zu sagen und schaffst es dieses Mal auch. Zwar nur im Flüsterton, aber immerhin: „Ich liebe dich Aarre! Danke“ Mehr kannst du nicht sagen, deine Stimme lässt es nicht zu. In meinen Augen stehen Freudentränen. „Du brauchst dich nicht bedanken. Das war selbstverständlich! Ich liebe dich mehr als mein Leben, ich würde alles für dich tun! Ich bin so froh, dass du wieder lebst!“, antworte ich dir.
Leicht beuge ich mich zu dir und küsse dich sanft auf die Lippen. Im selben Augenblick betritt Herr Dr. Johnson das Zimmer. Ich höre es an seinen Schritten. Abrupt bleibt er stehen. Hat wohl gesehen, dass du wieder erwacht bist. „Er lebt Doktor! Wir haben es geschafft!“, rufe ich voller Freude und drehe mich um. In seinen Augen funkeln auch kleine Freudentränen. Ich verlasse eben das Zimmer, weil du jetzt erstmal medizinisch behandelt werden musst. Jetzt kann ich dich auch wieder verlassen, ohne ein all zu schlechtes Gewissen zu haben. Du lebst wieder!
Nach einer kurzen Zeit kommt Herr Johnson aus deinem Zimmer und lächelt mich an: „Ihm geht es ausgesprochen gut! Seine Lage ist stabil, und das Schlimmste ist überstanden. Ab jetzt kann es nur noch Bergauf gehen! Meinen Glückwunsch! Du hast deine Sache wirklich super gemacht! Ohne dich würde er wahrscheinlich nicht mehr leben!“
Ich freue mich noch mehr. Ich habe dir zurück zum Leben geholfen!? „Liebe besiegt alles!“, flüstert er mir noch zu und klopft mir einmal aufmunternd auf die Schulter. Dann verschwindet er wieder im Krankenhaus und wendet sich an seine Arbeit. Ich betrete dein Zimmer. Es ist plötzlich wieder so warm, einfach erfüllt von leben! Du hast deine Augen weit geöffnet und siehst schon nicht mehr so geschwächt aus wie soeben, und auch nicht mehr so geschwächt wie vor drei Monaten! Ich setzte mich zurück an dein Bett und nehme deine Hand in meine. So wie ich es in der letzten Zeit immer gemacht habe. Es ist fast schon zu einem natürlichen Reflex geworden. „Ich habe noch ein Weihnachtsgeschenk für dich mein Schatz!“, flüstere ich dir leise zu. Du strahlst mich an, wie ein kleines Kind, dem man was schenkt. Das kleine Döschen steht immer noch auf deinem Nachttisch. Also nehme ich es und drücke es dir in die Hand. Du richtest dich etwas auf und öffnest begeistert das Döschen. Deine Augen strahlen, als du den Inhalt erblickst und füllen sich augenblicklich mit Tränen. Zitternd nimmst du den Ring aus der Verpackung und betrachtest ihn genauer. Ich habe so gehofft, dass er gefällt, und jetzt tut er es wirklich.
„You and me forever in eternity!”, ließt du vor und die erste Träne bahnt sich einen Weg über dein Gesicht. „Ist…ist das…ist das dein Ernst?“, fragst du stotternd und weinst noch immer. Ich nicke leicht. Inzwischen sitzt du richtig in deinem Bett. Langsam erhebe ich mich von meinem Stuhl und knie mich vor dich hin. „Ja, es ist mein Ernst Höyhen!“, flüstere ich und mache eine kurze Pause. Muss mich erst wieder etwas sammeln. „Höyhen, ich möchte bis an mein Lebensende mit dir zusammen bleiben und noch viel länger! Ich liebe dich wie ich noch nie etwas in meinem Leben geliebt habe. Du bist das wichtigste für mich. Wichtiger als die Luft zum atmen oder das Wasser. Ohne es würde die Welt zu Grunde gehen. Ohne dich würde ich zu Grunde gehen [12]! So frage ich dich hier und heute: möchtest du mich heiraten?“





























16. Weil die Zeit sich so beeilt

Stille. Unerträgliche Stille. Warum sagst du nichts? Plötzlich holst du tief Luft und setzt zu einer Antwort an. Meine Nerven sind zum Zerreißen gespannt. Vor einer Sekunde zur anderen schwirren mir so viele Fragen im Kopf rum. Was würde ich tun, wenn du nein sagst. Würde sich dann etwas ändern? Ist das alles überhaupt richtig was ich hier tue? Bis vor kurzem habe ich über all das gar nicht nachgedacht. Und es ist jetzt für mich auch noch selbstverständlich, dass ich bis an mein Lebensende mit dir zusammen sein möchte. Nur was ist, wenn du das nicht willst? Egal! Jetzt gibt es eh kein Zurück mehr! Noch ein Ausatmen deinerseits. Ein tiefes Einatmen und dann die Antwort:

*FLASHBACK*

„Tähti du musst mir helfen! Kannst du vielleicht mit mir in die Stadt gehen? Ich brauch noch Weihnachtsgeschenke.“
Ungeduldig renne ich durch unsere Wohnung. Ich weiß schon haargenau was ich dir schenken möchte. Nur genau das richtige muss ich noch finden, und Tähti soll mir dabei behilflich sein. Ich möchte dir einen Ring schenken. Als Zeichen für die Zukunft, die Gegenwart und die Vergangenheit. Als Zeichen, dass sich alles weiter dreht, egal was passiert. Als Zeichen, dass ich dich immer Lieben werde!
Ich hoffe dir gefällt diese Idee und dann auch der Ring! Seit mindestens einer Woche plane ich schon alles in meinen Gedanken. Ich hoffe es klappt!

*FLASHBACK END*

„Höyhen egal was du jetzt antwortest, es wird sich nichts an uns beiden ändern! Nicht daran, dass ich dich liebe, und auch nicht daran, dass ich für immer mit dir zusammen bleiben möchte!“, flüstere ich dir zu und verstärke den Griff meiner Hand. Nein, diese paar Buchstaben würden nichts ändern! Oder doch?

*FLASHBACK*

„Man Tähti jetzt beeil dich doch mal!“, murmele ich vor mich hin und versuche möglichst nicht zu erfrieren. Im Moment ist es wahnsinnig kalt hier in Finnland und die liebe Tähti hat nichts Besseres zu tun als mich vor dem Dom warten zu lassen. Langsam fühle ich schon meine Beine nicht mehr.
Nach weiteren fünf Minuten kommt die gnädige Dame doch noch an und es kann endlich losgehen. Gleich im ersten Laden beim ersten Ring fällt meine Entscheidung. Genau der soll es sein! Ich lasse noch etwas eingravieren und ziehe dann mit Tähti weiter.

*FLASHBACK END*

„JA!“

Jetzt kommen auch mir die Tränen. Du willst wirklich! Glücklich umarme ich dich und küsse dich sanft auf deine Lippen. Sie sind ein bisschen rissig geworden, aber das ist mir egal. Hauptsache ich kann DICH küssen.
Wir liegen noch eine Zeit lang schweigend nebeneinander, halten uns gegenseitig im Arm und sehen uns einfach nur an. Ich könnte in deinen Augen versinken, und bin noch viel mehr dankbar, dass du endlich wieder bei mir bist. Die Zeit, in der du im Koma lagst war nicht gerade die leichteste meines Lebens, und ich möchte so was nach Möglichkeit auch nicht noch ein weiteres Mal miterleben. Wenn ein Mensch, den man über alles liebt vor einem liegt und vielleicht stirbt, dann ist man so hilflos! Man fühlt sich so klein und schwach. Aber zum Glück ist diese grausame Zeit ja vorüber und ich habe meine Kraft wiedererlangt.
Es klopft ein weiteres Mal an der Türe. Dieses Mal tritt aber Medi ein. Im Schlepptau hat er Kala. Beide lächeln von einem Ohr zum anderen. Sie sind auch sichtlich froh darüber, dass du wieder lebst. Jetzt kann es weiter gehen mit deinem Heilungsprozess! Und jetzt bin ich mir auch sicher, dass wir, bzw. dass du das alles überstehst. Nach diesen drei Monaten…
„Hei, na, wie geht’s dir Höyhen?“, begrüßt dich Medi. Strahlend antwortest du ihm: „Mir ging es noch nie besser!“ Diese Antwort lässt mich schmunzeln. Ich habe dich wieder glücklich gemacht, und das macht mich mehr als glücklich! „Hei ihr beiden! Warum strahlt ihr denn so? Haben wir da was verpasst?“, fragt Kala als er vor deinem Bett steht. „Ja habt ihr“, antwortest du. „Wir müssen euch da was erzählen!!!“ Jetzt muss ich auch noch deine angefangene ‚Beichte’ beenden. Ja super! „Wir beide…ich meine…ich habe…Höyhen heute gefragt…“, stottere ich vor mich hin. Ne viel bessere Idee hatte ich jetzt auf die Schnelle echt nicht. Wie hab ich das noch mal beim letzten Mal meinen Freunden gesagt? Ach stimmt ja, gar nicht, die waren ja alle dabei. MIST! Medi und Kala sehen uns mehr als verwirrt an. Ja, würde ich auch tun. Aber wie soll ich denn jetzt weiter reden?
Okay, noch ein Versuch: „Ich sollte es doch beim nächsten Mal nicht ganz so direkt sagen. Aber im Moment fällt mir einfach keine schöne Umschreibung ein…naja…Wir beiden sind verlobt!“
Jetzt ist es raus! Doch zu meiner Überraschung sehen die beiden gar nicht verwundert aus. Komisch, das war beim letzten Mal aber noch ganz anders! Breites Grinsen auf ihren Gesichtern. Ob sie schon was wussten? „Herzlichen Glückwunsch euch beiden! Irgendwie hab ich so was ja schon gehofft. Ihr beide passt so gut zusammen!“, gratuliert uns Medi und auch Kala stimmt zu: „Ja da muss ich Medi wirklich Recht geben! Herzlichen Glückwunsch!“

Wir unterhalten uns eine Weile bis Medi aufschrickt, als ob ihm etwas ungeheuer Wichtiges eingefallen sei und fordert dich auf: „Jetzt zeig uns doch mal deinen Ring! Du hast doch einen bekommen, oder?“ Begeistert nickst du und streckst deine Hand den Beiden entgegen. Anerkennend nicken beide und loben mich für meinen guten Geschmack.
Dieser matt silberne Ring MUSSTE es einfach sein!
„Als ich im Laden stand, mit Tähti, da war es, als ob Höyhen neben mir stände und mir zeigen würde, dass das DER Ring ist! Und in genau diesem Moment wusste ich, dass ich mit ihm den Rest meines Lebens verbringen möchte!“, erzähle ich und lächle dich überglücklich an. Unsere Leben könnten so schön sein, wäre da nicht dieser Tumor in deinem Kopf, an den wir auch noch erinnert werden, indem Herr Johnson dein Zimmer betritt. „Bereit?“
Dieses einzige Wort reicht um meinen Puls erneut in die Höhe zu treiben! Zaghaft nickst du und greift ein weiteres Mal zu meiner Hand, um sie fest zu drücken. Deine Untersuchungen stehen jetzt an. Du siehst mir noch einmal entschlossen in die Augen und nickst dann. Ich werde dich natürlich begleiten zu deinen Untersuchungen. So wie ich es dir schon vor drei Monaten versprochen habe, so setzte ich es auch jetzt liebend und gerne um. Ich weiche nicht mehr von deiner Seite, solange du es nicht willst. Jetzt hast du mich für immer am Hals. Pech. Aber so wie du aussiehst scheint es dich nicht zu stören, was mich noch immer freut. Du hast bei mir schon Gefühle erzeugt, von denen ich immer nur gelesen oder gehört hatte, die ich aber noch nie zuvor spürte. Allein dafür muss ich dich einfach lieben!





17. Last train home

Du klammerst dich noch stärker an meine Hand, als Herr Johnson die erste Bremse von deinem Bett löst. Du sollst dich noch schonen, und musst deswegen liegen bleiben, was dir so gar nicht gefällt. Kann ich gar nicht verstehen. Dein Griff wird immer stärker. fast schon habe ich das Gefühl du wolltest sie mir brechen.

Herr Salonen und Herr Johnson sitzen uns beide gegenüber an der anderen Seite des großen und edel wirkenden Schreibtischs. Das ganze Büro wirkt sehr edel und wurde mit viel Geschmack und Stil ausgesucht und eingerichtet. Unsere Hände, die sich leicht verzweifelt aneinander klammern, sind schon etwas schwitzig und mein Herz schlägt in unregelmäßigen Abständen ziemlich laut gegen meine Brust.
„Höyhen, ich glaube“, fängt Herr Salonen an und besieht sich noch einmal deine Testergebnisse, „du hast einen wundervollen Schutzengel!“ Etwas verwirrt sehen wir uns in die Augen, bevor Herr Johnson das Testergebnis verkündet: „Höyhen ich darf gratulieren!? Du hast nichts mehr. Der Tumor hat sich zurück gebildet und ist schon fast ganz verschwunden. Das er jemals wieder zurückkommen wird ist sehr unwahrscheinlich. Du hast es überstanden! Ich glaube das war ein kleines Weihnachtswunder, was jetzt noch nachgereicht wird!“
In diesem Moment meine ich zwei riesige Steine zu Boden fallen zu hören. Einer von deinem, einer von meinem Herzen. Nach einer kurzen Zeit des Schocks fällst du mir um den Hals und ich kann sogar für ein paar Sekunden deine Lippen auf meinen spüren. Deutlich merke ich, wie eine Träne von dir auf meiner Schulter landet und ich erröte. Nicht wegen der Träne, sondern wegen dem Kuss. Ich habe mich immer noch nicht so ganz daran gewöhnt von dir in aller Öffentlichkeit geküsst zu werden.
Kurz danach löst du dich wieder von mir und siehst mir in die Augen. Deine strahlen mich wie kleine Feuerwerke an. Sie sind jetzt auch nicht mehr so leer und glanzlos. Nein ganz im Gegenteil! Sie haben die Wärme wieder erlangt, diesen mystischen Schimmer, den ich so liebe. All das lässt sie wie ein tiefer, geheimnisvoller Wald leuchten. Ich freue mich so. Kann es noch besser werden? Die Antwort ist ganz klar ‚JA!’ „Höyhen übermorgen darfst du auch schon wieder nach Hause gehen. Aber mach bloß nicht wieder so einen Scheiß, ja? Die ersten drei Wochen schonst du dich nur und lässt deinen Verlobten mal machen. Herzlichen Glückwunsch übrigens“, unterbricht Herr Salonen diesen Zauber zwischen uns. Wie ein kleines Kind freust du dich, stehst auf und bedankst dich bei den beiden Doktoren.
Ich schiebe dich auf dein Zimmer. Inzwischen darfst du im Rollstuhl fahren und musst nicht mehr in deinem Bett kreuz und quer durch das Krankenhaus geschoben werden. In deinem Zimmer angekommen springst du spontan auf und fängst an deine Tasche zu packen. Mit sanfter Gewalt schiebe ich dich zu deinem Bett hin und befehle dir: „Höyhen DAS lässt du jetzt mal schön sein! Du legst dich jetzt ganz schnell wieder hin und ich packe deine Tasche! Du hast doch gehört, dass du dich mindest noch drei Wochen schonen sollst.“ Beleidigt siehst du mich an, folgst aber meinen Anweisungen.
Den restlichen Tag erzählen wir einfach nur noch über Gott und die Welt. Währenddessen kuscheln wir etwas.
Zwischen vielen Küssen fragst du immer wieder nach deiner Tochter, deinen Freunden und auch nach meinem Leben. Nur zu gerne erzähle ich dir von alledem. Auch, dass ich jeden Tag stärker wusste, dass ich nur mit dir mein Leben verbringen will, was dich und deine Augen noch mehr strahlen lässt.




18. Back home

Jetzt bist du schon eine Woche wieder zu Hause, aber wirklich wie immer ist es noch nicht. Kann es auch noch nicht sein. Du sollst dich eigentlich noch nicht verausgaben, tust es aber immer wieder. War ja klar…
Warum kannst du nicht einmal das tun was gut für dich ist? Ich weiß du solltest selber besser wissen was gut für dich ist und was nicht, aber im Moment versuchst du dir etwas vorzumachen. Dir und uns. Doch dieses Mal lasse ich es nicht zu! Ich habe dir gesagt das ich dich beschützen werde, also tue ich das jetzt auch für dich! Und sei es auch nur vor dir selber.
„Höyhen du setzt dich jetzt mal hin und lässt dich von mir verwöhnen!“, rufe ich dir in einem leichten Befehlston zu. „NEIN! Lass mich doch eben die Küche aufräumen! Und kochen kann ich auch gleich noch“, rufst du zurück. So geht das nicht! Du bist grade erst eine Woche wieder zu Hause, lagst davor drei Monate im Koma und tust jetzt so, als ob nichts gewesen wäre. Aufgebracht stürme ich die Küche und schreie dich schon fast an: „Höyhen du kannst das alles nicht einfach verdrängen! Du warst krank, lagst drei Monate im Koma und jetzt sollst du dich schonen verdammt noch mal!“
Schmollend hörst du endlich auf mit deiner Werkelei und drehst dich zu mir um. Dann brüllst du mir zurück: „Du weißt ja gar nicht wie das ist! Du kannst dir das ja gar nicht vorstellen!“
Den Tränen nahe rennst du aus der Küche und schließt dich im Schlafzimmer ein. Na toll…warst du schon immer so zickig? Vorsichtig folge ich dir und klopfe an die verriegelte Tür. Doch alles Bitten hilft nichts. Also verziehe ich mich wieder ins Wohnzimmer. Was soll ich schon groß vor der Türe stehen und mit ihr sprechen? Du machst eh nicht auf. Ich kenn dich gut genug um das zu wissen. Wenn du dich mal eingeschlossen hast, dann ist es besser dich in Ruhe zu lassen! Irgendwann kommst du schon wieder da raus. Und je mehr man dich in Ruhe lässt, um so schneller passiert das auch!

Nach einer geschlagenen Stunde kommst du wieder angeschlichen. Lautlos setzt du dich auf die Couch meiner gegenüber. „Na, hast du dich wieder beruhigt?“, frage ich gelassen ohne von meinem Buch aufzusehen. Ich weiß genau, dass du das nicht magst, und genau deswegen mache ich es auch. Ja ja, ich kann manchmal auch ein richtiges Ekel sein. Aber das kannst du mindestens genauso gut.
Plötzlich merke ich etwas Schwereres auf meinen Beinen. Jetzt sehe ich erst wieder von meinem Buch auf und sehe dich auf ihnen sitzen. Mit deinem berühmten Dackelblick siehst du mir so tief in die Augen wie selten zuvor und flüsterst mir zu: „Entschuldigung! Das ich soeben so ausgeflippt bin; war nicht in Ordnung! Ich weiß ja auch, dass du Recht hast, aber es ist schwer für mich das alles zu verarbeiten. Ihr alle hattet ja drei Monate, während ich im Koma lag, Zeit um euch darüber klar zu werden. Ich grade mal eine Woche. Und im Moment fällt mir auch so viel ein was mit mir auch hätte sein können. Das belastet mich doch stark. Ich könnte jetzt tot sein, oder gelähmt, oder es hätte auch sein können, dass ich gar nicht mehr reden könnte. Alleine die Vorstellung macht mir Angst.“
„Ich habe dir doch versprochen auf dich aufzupassen und dich zu beschützen mein Schatz! Ich werde alles dran setzen, dass es dir bald schon wieder besser geht, und dass du keine Angst mehr haben musst. Ich liebe dich viel zu sehr, als dass ich dich leiden sehen könnte. Ich würde noch viel mehr leiden! Höyhen wann kapierst du es endlich? DU bist mein Leben, und ich möchte das du der glücklichste Mensch auf Erden bist!“, antworte ich dir, lege mein Buch aus der Hand und nehme dich in den Arm. Ich will nicht, dass du Angst hast. Ich weiß wie es ist, wenn man täglich mit der Angst leben muss.


19. Nur die Liebe zählt – Was zählt

„Ja, ich will!“

Zittrig stecke ich dir den Ring an deinen Finger. Du scheinst völlig entspannt zu sein, als du mir meinen Ring an den Finger streifst. „Sie dürfen einander jetzt küssen!“
Aber immer doch gerne. Medi, Kala und Tähti, die mit ihren Begleitungen in der ersten Reihe sitzen fangen an zu klatschen. Doch all das um uns herum verschwimmt für mich. Jetzt gibt es nur noch dich für mich!

„Ich freue mich euch alle hier begrüßen zu dürfen. Heute ist ein wirklich wichtiger Tag für uns beide, und wir sind wirklich sehr froh darüber, dass ihr uns so akzeptiert wie und was wir sind. Ich hoffe wir können in 25 Jahren wieder zusammen feiern; unsere Silberhochzeit.
Als ich Aarre zum ersten Mal traf hätte ich mir das alles NIE erträumen lassen. Okay, ich muss zugeben, mit sechs Jahren denkt man auch nicht wirklich daran einmal einen Mann zu heiraten. Doch zum Glück dachten wir jetzt mit 37 daran!
And dieser Stelle möchte ich mich noch einmal ganz herzlich bei allen bedanken. Sisar, danke, dass du heute da bist, dass du mir so ein wundervolles Kind geschenkt hast, und dass du immer noch für mich da bist. Tähti, Medi und Kala, danke, dass ihr in dieser schweren Zeit für mich und besonders für meinen Mann da wart. Und last but not least:
Danke mein Schatz für die Liebe die du mir jeden Tag aufs Neue gibst. Ohne dich wäre ich jetzt schon tot! Danke für die Kraft die du mir gibst. Für die Gelassenheit, die Zufriedenheit und den Optimismus. YOU AND ME FOREVER IN ETERNITY! Ich liebe dich über alles mein Schatz!“

WOW! Diese Rede hat mir Tränen in die Augen getrieben. Mein Göttergatte kann das wirklich gut! Ich bin stolz auf dich Liebling. Wieder Applaus und wieder küsst du mich. Inzwischen werde ich schon gar nicht mehr rot, wenn du mich vor anderen Leuten küsst. Und heute sind wirklich alle da! Medi und Kala mit ihren Frauen, ihre Kinder haben sie aber zu Hause gelassen, da sie einen entspannten Tag verleben wollten, Sisar mit Tarja, all unsere Freunde, Verwandtschaft und auch Tähti mit ihrem neuen Freund. Wirklich glücklich scheint sie zwar über meine Entscheidung nicht zu sein, sie scheint aber auch nicht unglücklich darüber zu sein, dass sie jetzt mit Karsten zusammen ist.
Tarja freut sich ihres Lebens heute noch einen weiteren Vater dazu bekommen zu haben und ihren richtigen Vater wieder richtig glücklich zu sehen. Das sehe ich in ihren Augen. Sie glänzen nach so langer Zeit wieder wie richtige Diamanten.

Spät in der Nacht fliegen wir noch in unsere Flitterwochen. Drei Wochen nur mit dir zusammen. Drei Wochen nicht zu Hause. Drei Wochen keine nervigen Einkäufe, Telefonate, Besuche oder Treffen. Drei Wochen Urlaub auf den Seychellen! Hach ja, ich sollte öfter heiraten…Nur ob du da so mitspielst mich jeden 2. Monat zu heiraten? Ich weiß ja nicht…
Im Flugzeug schlafen wir erst einmal unseren Rausch aus. Nicht nur den Rausch von dem Alkohol, den es nicht wenig gab, sonder auch den Rausch, den zumindest ich alleine schon von deiner puren Anwesenheit habe. Am frühen Nachmittag kommen wir endlich an unserem Hotel an. Total geschlaucht lasse ich mich als erstes auf unser Bett fallen, nachdem du unser Zimmer aufgeschlossen hast.
„Na, was machen wir heute mein Schatz?“, fragst du und legst dich zu mir. Mit halb geschlossenen Augen kuschele ich mich an dich, atme einmal tief durch und antworte dir dann: „Ich würde sagen wir gehen gleich zum Strand und mehr machen wir heute nicht. Ich bin noch völlig kaputt von gestern!“ Du nickst und küsst mich einmal auf meinen Hals. Genießerisch seufze ich einmal auf, und erheb mich dann um meine Strandsachen auszupacken und mich dann fertig zu machen. Du tust es mir gleich. Nach einer halben Stunde geht es los zum Strand. Mir stockt mein Atem, als ich die riesige Wasserfläche vor mir sehe. Das Meer ist so herrlich klar und auch der Sand ist wunderbar fein und weich. Die Sonne versucht mit mir um die Wette zu strahlen. Du breitest ein riesiges Handtuch auf dem Boden an einer recht einsamen Stelle des Strandes aus und holst uns beiden an der Poolbar noch einen Cocktail.
„Liebling, kannst du mir vielleicht den Rücken einkremen?“, frage ich dich blinzelnd und lächle dich mit meinem zuckersüßesten Lächeln an. Ein Grinsen breitet sich auf deinem Gesicht aus und du antwortest mir, während du nach der Sonnenmilchflasche suchst: „Liebend gerne mein Hase!“ Während du mich durchknetest, beim einfachen einkremen konntest du es natürlich nicht belassen…, fliegt ein Wasserball zu uns herüber. Wenig später steht ein kleines Kind bei uns und fragt uns schüchtern lächelnd: „Sorry, can you give me the ball, please?“ Freundlich nickst du und gibst dem kleinen Jungen den Ball zurück.
Seufzend legst du dich neben mich in die Sonne und flüsterst: „Süßes Kind!“ „Kaum sind wir einen Tag verheiratet, da findest du schon andere Männer süß. Ich fasse es nicht“, entgegne ich dir gespielt beleidigt. Du fällst natürlich nicht darauf rein. Redest einfach weiter: „Ich hätte auch gerne noch ein paar Kinder…Naja, Pech gehabt! Ich hab lieber dich!“ Deine Worte lösen ein Prickeln in mir aus. Es tut schon gut immer wieder aus neue gesagt zu bekommen, dass man geliebt wird.






























20. Nothing else matters

Die Sonne schien und es war der erste wirklich warme Tag in diesem Jahr. Höyhen war schon zum Anbeißen braun und strahlte mit der Sonne um die Wette. Er saß draußen im Garten und wartete schon fast sehnsüchtig auf seinen Ehemann. Sie waren nun schon fünf Jahre verheiratet und immer noch so verliebt wie am ersten Tag. Der Urlaub zur Feier ihres fünften Hochzeitstags hatte wirklich gut getan und war nach so langer Zeit ohne richtigen Urlaub richtig erholsam!

„Papaaaa kommst du endlich?“, rief der kleine Finn, der ebenso sehnsüchtig auf seinen Vater wartete. „Ja, ich komme sofort mein Schatz!“, ertönte es vom inneren des freundlich wirkenden Hauses. Nach kurzer Zeit trat Aarre mit einem Picknickkorb und einer Decke auf die Terrasse, streckte als erstes sein Gesicht zur Sonne. Er liebte solche Tage, an denen er sich einfach unbesiegbar fühlte. Und der heutige Tag zählte ganz klar dazu!
Nachdem er die große Decke auf dem Rasen ausgebreitet hatte holte er den Korb und platzierte diesen neben sich auf die Decke. Als ob das ein Zeichen für seine beiden Männer gewesen wäre kamen Finn und Höyhen zu ihm. „Oh ein Picknick! Toll!“, quietschte Finn erfreut und gab seinem Daddy einen Kuss. Höyhen rührte dieses Bild immer noch. Nachdem Finn sich immer noch erfreut quietschend neben seinen Vater gesetzt hatte gesellte auch er sich zu den beiden. Grinsend gab er Aarre einen sanften Kuss.
Zusammen saßen sie im Freien, genossen die Sonne und spielten ein wenig in dem großen Garten, der zu dem Familienhaus, das am Rande Helsinkis lag, dazu gehörte. Die Lage des Grundstücks war wirklich wunderschön und passte perfekt in das ‚Bilderbuch’ in dem die junge Familie zu leben schien. Das Leben des Ehepaars schien wirklich perfekt. Ihre Band hatte nach all den Jahren immer noch Erfolg, ihre Ehe lief super, ihre Freunde und Familien unterstützten sie wie am ersten Tag und ihr gemeinsamer Sohn war gesund und entwickelte sich hervorragend!
Höyhen hatte seinem Schatz grade einen Becher Kaffee gereicht, als es an der Türe schellte. Verwundert stand Aarre auf und sprintete durch das gesamte Haus zu dessen Eingang. Schwungvoll öffnete er die Türe und erblickte das verdutzte Gesicht ihres Postbotens. Er hatte heute seinen ersten Tag bei der Post und war etwas überrascht so eine berühmte Persönlichkeit vor sich stehen zu haben. Nach einer kurzen Zeit hatte er sich aber wieder gefangen und versuchte möglichst professionell zu erklären: „Guten Tag. Ich habe hier einen Eilbrief und ein Paket für Sie. Könnten sie bitte hier unterzeichnen, dass Sie die Lieferung erhalten haben?“ Freundlich nickte Aarre und unterschrieb dem jungen Mann seine Unterlagen, um ihm gleich darauf den Brief und das Päckchen abzunehmen. Etwas schüchtern flüsterte der Postbote längst nicht mehr so professionell: „Könnten Sie mir vielleicht auch noch ein Autogramm geben? Ich bewundere Sie wirklich!“ Das Grinsen des Musikers breitete sich weiter aus und freudig antwortete er: „Aber klar doch! Wie heißen Sie denn?“ Bereitwillig nannte der Postangestellte seinen Namen und reichte Aarre einen Block mit einem Stift. Nach einem kleinen Gespräch über die Musik, die DIE4 machte und über den Mut, den Höyhen und Aarre aufgebracht hatten, indem sie der Öffentlichkeit einen kleinen Einblick in ihre Welt gewährt hatten verschwand der Postbote wieder und Aarre konnte auch wieder zu seiner Familie gehen. Auf dem Weg dorthin betrachtete er gespannt die beiden Sachen, die er in den Händen hielt.
„Na, wer war das denn an der Türe?“, fragte Höyhen neugierig. Lächelnd antwortete Aarre ihm: „Wir haben einen neuen Postboten. Ein wirklich netter Kerl.“ Etwas eifersüchtig schaute sein Mann ihn an. Aarre liebte diese leichte Eifersucht, die ihm immer wieder auf die schönste Weise bestätigte, dass er ihn liebte. Wie ein Honigkuchenpferd grinsend ließ er sich wieder auf die Decke sinken und öffnete zuerst das Paket. Es war von Tähti. Sie hatte an den Hochzeitstag der beiden gedacht, und hatte ihnen ein kleines Geschenk geschickt. Neben einem bunten Regenschirm lag ein Brief. Vorsichtig klappte er das Stück Papier auf und las sich den Brief durch.

„Hallo ihr lieben!
Meinen herzlichsten Glückwunsch zu eurem fünften Hochzeitstag. Vor ein paar Tagen musste ich daran denken, dass ich diese wunderbare Beziehung fast zerstört hätte. Den Regenschirm schicke ich euch, damit ihr auch durch regnerische Zeiten trocken hindurch kommt, und immer wisst, dass ich bei euch bin, wenn ihr mich braucht. Ich habe extra einen Familienregenschirm gewählt, jetzt wo ihr so eine niedliche Familie seid.
Viele Grüße auch an meinen Schatz. Ich hoffe euch allen geht es gut und euer Glück überdauert noch viele, viele Jahre!
Viele liebe Grüße und Küsse,
Tähti*“
Aarre freute sich sichtlich, dass seine beste Freundin an sie gedacht hatte. Es war wirklich großes Glück gewesen, dass sie die ganze Situation so locker wegsteckte und akzeptierte. Inzwischen war auch sie verheiratet und war wieder glücklich. Genau das hatte sich ihr Exmann auch gewünscht.
Als nächstes öffnete er den Brief, auf dem ein kleines Schildchen, auf dem ‚Eilbrief’ stand aufgeklebt war. Innerlich spannte er sich sehr an, als er erkannte, dass der Brief vom Amt war. Es handelte sich also um den Brief, der aufklären sollte ob die Adoption jetzt geklappt hatte oder nicht. Ungeduldig überflog er die Zeilen. Überglücklich fiel er Höyhen in die Arme. Zusammen fielen sie rücklings auf den Rasen. Aarre blieb auf seinem Mann liegen, sah ihm tief in die Augen, küsste ihn dann und erklärte überglücklich: „Du bist Vater geworden mein Schatz! Herzlichen Glückwunsch, wir haben es geschafft!“
Nach diesen Worten verfielen die beiden in einen innigen Kuss, der erst durch ihren gemeinsamen Sohn unterbrochen wurde. Finn quietschte immer noch glücklich und umarmte seine beiden Väter. Jetzt konnten sie ihren Traum richtig leben, so wie sie es sich alle gewünscht hatten.
„Liebe besiegt alles!“, flüstere Höyhen Aarre zu, der inzwischen Freudentränen in seinen Augen hatte. „Liebe besiegt alles!“, murmelte er und nahm seinen Sohn einmal richtig in den Arm. Er war sich fast schon sicher, dass selbst er verstand wie glücklich seine Eltern waren, und dass er auch verstand was grade geschehen war.

„Ich hab euch beide so dolle lieb!“


~+~Ende~+~



[1] Ne Cathy…stockhetero… ich sag nur Luzifer – Lichtbringer X)!
[2] Irgendwie hab ich nen Tick damit. Ich mag keine Türen, zumindest nich in so ‚öffentlichen Räumen’!
[3] Jo, die beiden haben in dieser Hinsicht verdammt viel von Cathy und mir. Wir haben unsere Band auch über alles geliebt!
[4] Cathy sag mir bescheid, wenn ich mich wieder zusammen reißen muss! Ich glaub ich hab zu viele Slashes gelesen! Ich kann also nich dafür! Ich bin verdorben X)!
[5] Wie war das noch mal Jennfa? Schwul macht sexy! =)!!!
[6] Falling von Apulanta. Ich find das Lied sooooo schön, deswegen musst ich mir des gleich mal ausleihen!
[7] Nein, ich habe keinen Rosen-, bzw. Kerzentick. Ich liebe es einfach, und ich finde allein die Vorstellung ZU romantisch *schwärm*!
[8] So was hab ich ja noch nie erlebt, dass jemand dasselbe denkt wie ich *zuCathyschielundbreitgrins*
[9] Ein wenig…jaaa, is ja auch überhaupt nicht besonders, wenn man sich in seinen besten Freund verliebt aber selbst ein Mann ist…
[10] Oh ja! Ich weiß wovon ich rede! Ein Hirntumor hat meine Familie auch schon hinter sich! Also eher meine Tante, aber wir haben mit gelitten!!!
[11] Permanent…schon ein schwieriges Wort *anBarschdenkenmuss* =)))))))
[12] Mein Gott wie schön! Ich würde sofort schmelzen wenn mir jemand so einen Antrag machen würde! *hofnungslosromantischbin*



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